Neid muss man sich verdienen 🧐

Anscheinend bin ich die einzige Autorin, die noch nie an einem Lesbischen LiteraturPreis teilgenommen hat. Genau wie bei Katja ist auch mein erstes Buch im Jahr 2019 bei el!es erschienen. So bin ich wohl das Küken hier. 😉 Nach Herz aus Glas im Jahr 2019 erschien dieses Jahr Lockende Versuchung, und ich hätte gar nicht gedacht, dass ich es schaffen würde, für das Jahr 2021 ein weiteres Buch zu schreiben. Auch wenn ich schon eine Idee dazu hatte. Ich hatte aber sehr wenig Zeit.

Das änderte sich schlagartig mit Corona. Auf einmal saß ich wochenlang zu Hause und hatte sehr viel Zeit. Das war zwar zuerst ungewohnt bei meinem ansonsten hektischen Leben, aber nach ein paar Tagen gewöhnte ich mich daran. In diesen paar Tagen musste ich zuerst einmal meinen heimischen Kühlschrank auffüllen, denn ich bin so gut wie immer unterwegs und esse sehr selten zu Hause. Ich hatte noch nicht einmal Brot da, weil ich beruflich gezwungen bin, meistens auswärts zu essen.

Nachdem ich mich also mit allem versorgt hatte (nein, ich habe nur eine Packung Toilettenpapier gekauft 😉), saß ich da und wusste im wahrsten Sinne des Wortes nicht so richtig, was ich tun sollte. In einer solchen Situation merkt man erst, wie viel Zeit das Berufsleben eigentlich in Anspruch nimmt. Gemütlich morgens Kaffee zu trinken wurde meine neue Lieblingsbeschäftigung, die ich so seit Jahren schon nicht mehr ausgeübt hatte. 🙂 Ich las endlich einmal die Bücher, die ich schon die ganze Zeit hatte lesen wollen, aber da Lesen schneller geht als Schreiben, wie hier ja auch schon gesagt wurde, war diese Aufgabe schnell erledigt. Was ich bei der Suche nach neuen Büchern, die ich lesen könnte, dann feststellte, war, dass es gar nicht so viele Bücher gibt, die ich gern gelesen hätte. Außer die el!es-Bücher natürlich 😉, aber da kommt ja leider nur eins im Monat heraus.

Ich begann mich mit meiner Idee für ein neues Buch zu beschäftigen, und da musste ich einiges recherchieren. Das war gut, um die Zeit rumzubringen, aber ich wusste auch, dass mich das nicht ewig beschäftigen würde. Schon ein paar Mal hatte Ruth mir vom el!es-Schreibforum erzählt, aber ich bin nicht so der Forentyp. Doch irgendwann rang ich mich dazu durch, mich doch dort anzumelden. Nur mal reingucken, dachte ich. Und zuerst war es auch so. Während bei einigen anderen meiner Kolleginnen so richtig die Post abging mit Brainstorming etc., saß ich über meinen Recherchen, probierte verschiedene Software aus wie z.B. Patchwork, um darin meine Recherchen und alles, was mir zu meinem neuen Buch einfiel, zu sammeln. Es ist unglaublich, wie viel Zeit man mit so einer Software verschwenden kann. 😎

Es dauerte jedenfalls einige Zeit, bis ich merkte, dass mich so eine Software auch nicht weiterbrachte. Ich musste über die ersten 1.000 Wörter hinaus, die ich schon einige Monate zuvor geschrieben hatte, anfangen zu schreiben. Und obwohl ich mich schon Ende Juni im Forum angemeldet hatte, dauerte es noch bis Ende August, bis mir das endlich gelang. Glücklicherweise ergab sich dann Anfang September die 500-Wörter-Challenge mit Hanna und Ruth, und seither wächst meine Geschichte (fast) jeden Tag um 500 Wörter an. 😃 So habe ich mittlerweile schon über die Hälfte der anvisierten Wortanzahl geschafft und hoffe, bis zum Ende des Jahres auch noch den Rest zu schaffen. Ein bisschen Druck habe ich auch, da Ruth „angedroht“ hat, mein Buch bereits im April 2021 zu veröffentlichen. 😎

Nein, wir haben das natürlich so miteinander abgesprochen, nachdem klar war, dass die 500-Wörter-Challenge genau das richtige Tool ist, damit ich in einem regelmäßigen Schreibfluss bleibe. Zuvor kannte ich das so nicht, da habe ich eher an einem Stück wie im Rausch geschrieben, im Urlaub, am Wochenende, aber ich sehe ein, dass ich nach zwei Büchern nun etwas „professioneller“ werden muss. 😉 Zeitmäßig geht das ja jetzt auch, da meine Außendiensttätigkeit momentan immer noch ziemlich auf Eis gelegt ist. Zwar findet jetzt einiges online statt, wie auch bei so vielen anderen, aber ich muss nicht mehr so viel unterwegs sein. Ein ganz neues Leben für mich.

Auf jeden Fall freue ich mich darüber, dass ich auf diese Art und Weise nun auch ein Buch im 25. Jubiläumsjahr von el!es haben werde. Was vorher nicht unbedingt so sicher war. Durch das Forum habe ich gelernt, dass der Austausch mit Kolleginnen nicht nur im beruflichen, sondern auch im Hobbybereich sehr nützlich und fruchtbar sein kann. Durch die verschiedenen Herangehensweisen, die ich im Forum kennenlernen durfte, habe ich einiges an Aha-Erlebnissen hinzugewonnen, die ich vorher nicht hatte. 🙂 Auch die Begeisterung fürs Schreiben mit anderen zu teilen war eine neue Erfahrung für mich.

Das gemeinsame Weiterschreiben mit Hanna und Ruth hilft mir sehr, mein Ziel, das Buch bis Ende dieses Jahres beendet zu haben, zu erreichen. Ohne Ruth wäre das alles ja sowieso nicht möglich. Ihre Energie hält alles am Laufen, ob es nun im Forum war oder jetzt auf der anderen Plattform ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie das schon die ganzen vergangenen 25 Jahre lang gemacht hat. Wenn immer wieder sozusagen „Frischlinge“ kommen, die alles wieder von vorn lernen müssen. Das kann ich mir ein bisschen ermüdend vorstellen. 😎 Aber das alles hat sie nicht erschüttert, und glücklicherweise für mich, die ich erst jetzt zu el!es gestoßen bin, kann auch ich ihre umfassenden Kenntnisse im Bereich des schriftstellerischen Handwerks für mich nutzen und dadurch – hoffentlich – immer besser werden.

Ich freue mich jedenfalls genau wie die anderen hier auf das 25. Jubiläumsjahr, das zeigt, wie Visionen zu Realität werden können. Wenn es eine Visionärin wie Ruth Gogoll gibt. Als sie anfing, war sie die Erste und Einzige, jetzt gibt es viele mehr, die ihr gefolgt sind. Aber das Original bleibt das Original. Und das Original ist und bleibt Ruth Gogoll und el!es. Das kann niemand mehr ändern, weil es vor ihr niemanden gab, der das gemacht hat, was sie jetzt seit 25 Jahren sehr erfolgreich macht.

Ich sehe, dass es viele Neider gibt, die ihr das madig machen wollen und sie madig machen wollen, aber so etwas würde ich mich nie anschließen. Wie heißt es doch so schön? „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen.“ Und Ruth hat sehr viel Neid verdient, denn sie hat so viel erreicht, wie sich andere nur wünschen zu erreichen. Sie lebt ihren Traum. Und ermöglicht es uns Autorinnen und auch den Leserinnen, ihren eigenen Traum ebenfalls zu leben. Jedenfalls für ein paar Stunden. 🙂 Dafür können wir alle ihr glaube ich nur dankbar sein.

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