Der eigentliche Sinn des Lebens

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Für eine Dichterin, die 1909 geboren ist, finde ich Hilde Domins Sprache sehr eindeutig. Dinge, die uns heute eher vertraut sind, scheinen auch ihr nicht fremd gewesen zu sein, ein freier, unverstellter Zugang zur Sexualität, wie man ihn kaum bei einer Frau vermutet, die in einer Zeit lebte, in der Frauen Sexualität kaum zugestanden wurde, vor allen Dingen kein Vergnügen daran.

Mein Geschlecht zittert

Mein Geschlecht zittert
wie ein Vögelchen
unter dem Griff deines Blicks.
Deine Hände eine zärtliche Brise
auf meinem Leib.
Alle meine Wachen fliehn.
Du öffnest die letzte Tür.
Ich bin so erschrocken
vor Glück
daß aller Schlaf dünn wird
wie ein zerschlissenes Tuch.

Liebe ist nicht nur die Gemeinsamkeit zwischen zwei Menschen, die sich lieben, sie ist auch die Grundlage für ein würdevolles, aufrechtes Leben, selbst in Zeiten, in denen das schwierig ist. Hilde Domin hat sie erlebt, diese Zeiten, und deshalb betont sie die Bedeutung der Zivilcourage (die für mich nur die Umsetzung der Liebe in anderer Form ist):

»Zivilcourage ist für mich eine ganz wichtige, menschlich wichtige Eigenschaft. Daß man kein Denunziant ist, sondern daß man geradesteht, daß man sich für andere einsetzt. Und daß man nicht aufpaßt, ob etwas opportun ist, sondern etwas tut, weil man es tut, aus eigener Überzeugung.«
(Interview mit Hilde Domin von 1994)

Wenn man von Liebe erfüllt ist und an die Kraft der Liebe glaubt, kommt auch das Glück – über das man Gedichte schreibt . . . oder auch nicht. Weil es so schön ist, weil man es gar nicht in Worte fassen kann.

Schöner

Schöner sind die Gedichte des Glücks.
Wie die Blüte schöner ist als der Stengel
der sie doch treibt
sind schöner die Gedichte des Glücks.
Wie der Vogel schöner ist als das Ei
wie es schön ist wenn Licht wird
ist schöner das Glück.
Und sind schöner die Gedichte
die ich nicht schreiben werde.

Ich glaube, besser kann man es nicht ausdrücken.

Die Liebe ist das Glück, und das Glück ist die Liebe.

Der eigentliche Sinn des Lebens.

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  • Heike
  • Heike

    Permalink

    Auf der Suche nach dem wahren Sinn des Lebens!
    Ich gehe mal davon aus, daß es vielen so geht. Auch mir ist es so gegangen. Ich schrieb und schreibe Gedichte wenn ich traurig war oder bin.
    Zum Beispiel dieses hier:
    Auf der Suche nach dem wahren Sinn, des Lebens!
    Kein Auge hab ich zugemacht,
    an dich nur habe ich lang gedacht.
    Alleine bleib ich weiterhin,
    auf der Suche nach dem wahren Sinn.
    Die Träume von der Zweisamkeit,
    machten sich in mir recht schnell, sehr breit.
    Jetzt sitze ich hier, es ist schon dunkel,
    die Tränen laufen, die Sterne funkeln,
    keinen Hoffnungsschimmer habe ich mehr,
    fühle mich nur noch, einsam und leer.
    Ihre Augen strahlten hell und klar,
    für mich ist sie nun nicht mehr da.
    Mein Herz es schreit ganz laut nach ihr,
    doch leider greift sie nicht nach mir.
    Darum bleib ich weiterhin,
    auf der Suche nach dem wahren Sinn.
    In diesem Sinne, schönen Tag noch.
    Heike

    Dienstag, 13. November 2007 11:29

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