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Teil 12

Aber auch Thea schien irgendetwas zu beschäftigen. Michi war das trotz ihrem Dauerstress nicht entgangen, und sie hatte Thea schon mehrmals gefragt, was sie denn bedrücken würde und ob sie ihr irgendwie helfen könnte. Doch Thea winkte jedes Mal angestrengt lächelnd ab, verhielt sich dabei aber äußerst eigenartig, fast schon nervös und wollte dann immer auffallend schnell das Thema wechseln.

Wie es ihnen schon zur Gewohnheit geworden war, saßen sie eines schönen Morgens wieder einmal gemeinsam am Frühstückstisch, bevor sie beide zur Arbeit mussten. Michi trank gerade einen Schluck Kaffee, als sie nebenbei nach einer Brausetablette griff und sie in einem Glas Wasser auflöste.

Thea schien das nicht wirklich zu gefallen. Sie schnappte sich rasch den Beipackzettel und las laut vor, was darauf gedruckt stand. »Gegen Müdigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten . . . und, und, und.« Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute sie Michi besorgt an.

»Ja, mein Gott, schau mich doch jetzt nicht so entsetzt an!«, seufzte Michi und verzog unangenehm berührt das Gesicht, schüttete aber dennoch das Getränk mit der komischen Farbe schnell in sich hinein. »Im Moment kann ich mich eben nicht so gut konzentrieren und schlafe häufig schlecht«, erklärte sie und zeigte auf die Schachtel mit den Brausetabletten. »Von einer Arbeitskollegin habe ich dann den Tipp bekommen«, sagte sie und warf Thea einen kurzen Blick zu. Dann schaute sie verlegen zu Boden. »Meine Kollegin nimmt die auch«, fügte sie in einem Ton hinzu, als wäre es das Normalste der Welt. Bitte . . . Thea . . . mach doch jetzt deswegen kein Drama. Ich habe schlecht geschlafen und mag jetzt nicht mit dir darüber diskutieren.

Thea klopfte demonstrativ mit den Fingern auf die Tischplatte, lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und schaute Michi eindringlich an. »Du musst das gar nicht so runterspielen, so, als wäre das völlig normal«, knurrte sie und verschränkte energisch die Arme vor der Brust. »Das hier . . .«, sie holte tief Luft, »ist der Anfang vom Ende«, seufzte sie und starrte Michi, die missmutig mit dem Löffel in ihrem Müsli herumstocherte, kopfschüttelnd an.

In Michis Gesicht begann es, unkontrolliert zu zucken. »Ach, Schatz. Ich bitte dich. Du übertreibst wirklich. Da ist doch wirklich nichts dabei. Dieses kleine Aufputschmittel ist völlig harmlos«, protestierte sie leicht ungehalten. Dann setzte sie sich gerade hin und straffte entschlossen die Schultern. »Übrigens, ich werde ab sofort zweimal in der Woche ins Fechttraining gehen«, sagte sie und schaute Thea dabei prüfend an.

Thea wartete einen Moment und schien über das eben Gesagte nachzudenken. »Okay. Ist in Ordnung.« Ihr Blick ruhte weiterhin auf Michi. »Aber warum schaust du mich dabei so durchdringend an?«, fragte sie nun mit sanfter Stimme.

»Ach . . .«, seufzte Michi achselzuckend und winkte ab. »Das passt dir doch bestimmt nicht, oder?« Sie legte den Löffel zur Seite und wischte sich mit der Serviette den Mund ab.

Thea legte eine Hand auf Michis. »Ach Schatz, du hast mich völlig falsch verstanden. Ich habe absolut nichts gegen deinen Fechtsport.« Zärtlich streichelte sie ihrer Liebsten über den Handrücken.« Ich freue mich doch für dich, dass du im Fechten einen Ausgleich zum Job findest. Einen Ausgleich, der dir gefällt und dir gut tut«, sagte sie mit weicher Stimme. »Aber warum musst du denn plötzlich zweimal pro Woche trainieren?«, fragte sie und runzelte nachdenklich die Stirn. »Ist mir irgendetwas entgangen? Habe ich vielleicht etwas verpasst?«

»Wettkampfvorbereitungen«, gab Michi knapp und reichlich verstimmt zur Antwort und schaute dabei hastig auf die Uhr. »Oh, ich muss los. Ich bin spät dran«, meinte sie, stand auf und räumte schnell das Geschirr in die Küche.

»Wettkampfvorbereitungen? Was für Wettkampfvorbereitungen denn? Davon hast du mir ja noch gar nichts erzählt«, fragte Thea verunsichert.

Michi wirkte jetzt ziemlich ungehalten. »Schatz, ein andermal. Okay? Ich muss mich jetzt wirklich beeilen«, sagte sie, während sie einen langen Moment in Theas Blick verweilte. »Und bitte, du brauchst dir keine Sorgen um mich zu machen. Es ist alles in Ordnung«, meinte sie mit versöhnlicher Stimme, nahm dabei Theas Gesicht zwischen ihre Hände und hauchte ihrer Liebsten einen Kuss auf die Lippen.

»Bitte pass auf dich auf und mute dir nicht zu viel zu«, flüsterte Thea dennoch und streichelte Michi fürsorglich über die Wange.

»Danke, mein Schatz. Aber es ist wirklich alles in Ordnung«, beruhigte Michi Thea und verabschiedete sich mit einer herzlichen Umarmung und einem innigen Kuss von ihr. Rasch verließ sie die Wohnung und zog die Tür hinter sich ins Schloss. Nun lehnte sie sich einen langen Moment an die Wand im Treppenhaus. Ihre Gedanken überschlugen sich und brachten ihren Kopf zum Rauchen.

Die letzten Tage waren wirklich unglaublich anstrengend. Ich habe zu wenig geschlafen und kann mich kaum noch konzentrieren. Ständig spuken wirre Gedanken in meinem Kopf herum. Ich fühle mich wie erschlagen. Dabei habe ich doch erst gerade Urlaub gehabt. Mit einem Taschentuch wischte sie sich den kalten Schweiß von der Stirn. Mein Job, dieser nervenaufreibende Gerichtsprozess, diese Drohungen, zweimal in der Woche Fechttraining . . . Verzweifelt raufte sie sich die Haare und stieß einen tiefen Seufzer aus. Und darüber hinaus muss ich meiner lieben Thea auch noch immer das Gefühl vermitteln, dass alles eitel Sonnenschein ist . . . nur, damit sie sich nicht ständig Sorgen um mich macht.

Sie schloss kurz die Augen und strich sich niedergeschlagen über die Schläfen. Hoffentlich kriege ich das alles irgendwie gebacken und unter einen Hut, seufzte sie innerlich und schob sich ein Traubenzuckerbonbon in den Mund. Ich muss mich echt ein bisschen mehr um mich selbst kümmern und ein paar Gänge zurückschalten. Ab heute werde ich auch mal ein paar Sachen delegieren, denn ich muss mich nun wirklich nicht immer für alles und jeden verantwortlich fühlen. »Nein, muss ich nicht«, murmelte sie halblaut und wie um sich selbst Mut zu machen. Andere sind schließlich auch Weltmeister im Delegieren. Nur mir will das irgendwie so gar nicht gelingen.

7

»Weiß Thea eigentlich, dass dir dieser Wettkampf so wichtig ist?«, fragte Ursula, Michis beste Freundin und jahrelange Fechtkollegin. Durchdringend schaute sie Michi an.

Michi nickte und öffnete den Reißverschluss ihrer Trainingstasche. Oje! Dieser Ton gefällt mir gar nicht. . . was will sie mir mit ihrer Frage bloß sagen?

Ursula fixierte weiterhin Michis Blick. »Hm . . . und weiß Thea auch, dass dir der Wettkampf vor allem wegen Jasmin so wichtig ist?«

Mit verzogenen Lippen und verdrehten Augen erwiderte Michi genervt ihren Blick. Diese Frage ging ihr ziemlich gegen den Strich. »Ich werde es Thea nach dem Training sagen. Eigentlich hätte ich das schon längst tun sollen«, seufzte sie und schüttelte bedrückt den Kopf. »Thea wird darüber bestimmt nicht erfreut sein«, murmelte sie leise und nahm ein Körperkabel und ihre Sicherheitsweste aus der Trainingstasche.

Voller Sorge schaute Ursula Michi an. »Beziehungsprobleme? Läuft wohl gerade nicht so gut zwischen euch«, stellte sie treffsicher fest.

»Das ist es nicht. Es ist nur so . . .« Michi schüttelte vehement den Kopf und winkte ab. »Ach . . . auch egal. Vergiss es einfach«, seufzte sie und griff nach ihren Handschuhen.

Die Hände in die Hüften gestemmt bedachte Ursula sie mit einem strengen Blick. »Oh, der Frau Staatsanwältin fällt es wohl schwer, über ihre Probleme zu reden. Stimmt doch, oder?«, fragte sie leicht provozierend. »Und wie immer spielt die Frau Staatsanwältin alles herunter.«

Michi winkte ab. »Ach, lass mich doch in Ruhe«, knurrte sie verstimmt. »Warum musst du eigentlich immer Hobbypsychologin spielen?«, fragte Michi niedergeschlagen. »Das Ganze ist gar nicht so einfach«, seufzte sie. Nach einer Weile setzte sie sich auf die Bank und vergrub ihr Gesicht in den Händen. »Ich möchte so gern mehr Zeit mit Thea verbringen. Ich liebe sie wirklich über alles«, sagte sie, schluckte und schaute mit Tränen in den Augen zu Ursula hoch. »Aber mein Job hat mich dermaßen fest im Griff, es ist ein richtiger Teufelskreis. Manchmal ist alles zusammen der reinste Alptraum.« Nun drehte sie ihren Helm nervös in den Händen herum. »Erst vor kurzem habe ich wieder Drohungen erhalten«, sagte sie traurig, stand auf und zog ihre Sicherheitsweste an.

Ursula riss entsetzt die Augen auf. »Drohungen? Was für Drohungen denn?« Fassungslos schaute sie Michi mit großen Augen an.

ENDE DER FORTSETZUNG

Teil 11

Einige Minuten später hatte sich Michi tatsächlich wieder ein wenig beruhigt und wandte sich erneut Thea zu. »Entschuldige bitte, dass ich gerade so ausgeflippt bin. Weißt du, es ist nur . . .« Sie zuckte niedergeschlagen die Schultern. »Ich kann mich ganz genau daran erinnern, dass ich immer ans Limit gehen und mein Bestes geben musste . . . dass es nie genügt hat, wenn ich mal nur Mittelmaß war. Immer musste ich die Beste sein, alles andere war nicht gut genug.« Mit schmerzverzerrtem Gesicht zerdrückte sie ein paar Tannennadeln. »Das war schon in meiner Kindheit so. Wenn ich etwas nicht gleich konnte oder begriff, so musste ich stundenlang über dem Mist brüten, bis ich endlich alles in meinen Schädel hineingehämmert hatte . . . selbst wenn es bis Mitternacht oder noch länger gedauert hat«, erklärte sie in immer noch ziemlich gereiztem Ton. »Ich habe von meinen Eltern schon früh gelernt, dass man es im Leben nur zu etwas bringt, wenn man immer zweihundert Prozent gibt«, sagte sie entschieden und stieß einen schweren Seufzer aus. »Wobei zweihundert Prozent wahrscheinlich immer noch zu wenig sind«, murmelte sie kaum hörbar.

Thea schmiegte sich an Michi und suchte angestrengt nach den richtigen Worten. »Ja, das mag wohl damals so gewesen sein. Aber die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern . . . leider«, sagte sie mit mitfühlender Stimme. »Aber diese Zeit ist nun vorbei. Sei doch jetzt einfach du selbst. Sei so, wie du sein möchtest . . . so, wie du schon immer sein wolltest. Du musst niemandem mehr imponieren oder gefallen. Schon gar nicht, indem du etwas tust, was dir nicht liegt oder jemand bist, der du gar nicht sein möchtest«, meinte sie und hauchte ihrem Schatz einen liebevollen Kuss auf die Wange.

Michi lächelte kurz, aber binnen Sekunden versteinerte sich ihr Blick gleich wieder. »Das meinst . . . sagst du«, zischte sie und winkte abfällig ab. »Meine Erfahrungen sind in der Hinsicht ganz anders.« Sie atmete tief durch, und das Weitersprechen fiel ihr sichtlich schwer.

»Denkst du etwa, dass meine Eltern mir jetzt keinen Druck mehr machen? Fast jedes Mal, wenn wir miteinander telefonieren, lassen sie mich durch die Blume wissen, dass es jetzt doch eigentlich wirklich an der Zeit wäre, dass ich mich auf der Karriereleiter nach oben arbeite. Einfach nur Staatsanwältin, noch dazu in einer relativ kleinen Abteilung, das wird ihnen niemals ausreichen«, stieß sie durch zusammengebissene Zähne hervor, »mindestens zur leitenden Staatsanwältin müsste ich es, ihrer Meinung nach zumindest, schon bringen«, schloss sie aufgewühlt und mit immer leiser werdender Stimme.

Nach einer kleinen Pause brachte es Michi fertig, doch noch weiterzuerzählen, man merkte ihr an, wie schwer ihr diese ganze Sache fiel. »Das letzte Mal, als ich übrigens nicht zweihundert Prozent geleistet habe. . .«, um ihre Mundwinkel zuckte es nun heftig, »wurde ich von meiner Freundin betrogen. Einfach eiskalt betrogen . . . und kurz darauf auch noch verlassen«, sagte sie mit zitternder Stimme. Durchdringend schaute sie Thea an. »Und du willst mir sagen, dass das Leben anders funktioniert? Funktionieren sollte? Das ist doch jetzt ein Witz, oder?« Ungläubig schüttelte sie den Kopf.

»Ach Michi, du bist echt eine harte Nuss«, sagte Thea bestimmt, aber mit einem Hauch Verständnis. »Du musst für dich herausfinden . . . für dich ganz allein, was dir im Leben wichtig ist. Wirklich wichtig ist, meine ich«, entgegnete sie in ruhigem Ton und fing Michis Blick ein. »Und ich sage es dir gern noch einmal. Ich wünsche mir eine liebe und verständnisvolle Frau an meiner Seite. Und zwar dich! Denn du bist alles, was ich mir je gewünscht habe.« Sie schenkte Michi ein verliebtes Lächeln. »Aber du brauchst mir nichts zu beweisen«, sagte sie nun ganz sanft. »Das kann ich dir wahrscheinlich noch tausendmal sagen, und du wirst es mir trotzdem nicht glauben«, murmelte sie traurig und wischte sich hastig mit ihrem Jackenärmel über die Augen. Aus dem Augenwinkel heraus sah sie, dass Michi mächtig am Schlucken war und wohl ebenfalls gegen die aufsteigenden Tränen anzukämpfen hatte.

Völlig unerwartet fiel Michi plötzlich Thea um den Hals und begann, sie leidenschaftlich zu küssen. »Mein Schatz . . . wirst du mir helfen, aus diesem verflixten Hamsterrad auszusteigen?« Sie stieß einen Seufzer aus. »Ich schaffe das allein einfach nicht. Ich fühle mich im Alltag und in meinem Job wie in einem Gefängnis, wie angekettet. So gern möchte ich diese Ketten sprengen . . . mich freistrampeln und nur ein einziges Mal das Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit in mir spüren«, stöhnte sie niedergeschlagen und tauchte mit tränenverhangenen Augen in Theas Blick ein.

Thea presste ihre Lippen sanft auf Michis Mund und schaute ihre Liebste dabei zärtlich an. »Sehr, sehr gern werde ich versuchen, dir zu helfen.« Verschwörerisch zwinkerte sie Michi zu. »Kopf hoch«, meinte sie und boxte Michi liebevoll in den Oberarm. »Das schaffen wir schon. Gemeinsam sind wir einfach unschlagbar«, flüsterte sie ihr ins Ohr, während sie nun zärtlich über Michis Hände streichelte.

Michi lächelte und genoss ganz offensichtlich Theas Zärtlichkeiten. Sie kuschelte sich enger an sie und fing die wärmenden Sonnenstrahlen mit ihrem Gesicht auf. Mit geschlossenen Augen fühlte sie Theas Herzschlag und lauschte den Glöckchen und dem gleichmäßigen Hufschlag der Pferde. Für sie hätte jetzt einfach die Zeit stehenbleiben können, denn in diesem Moment gab es nur sie beide und diese traumhafte Landschaft. In dieser weißen Märchenlandschaft schienen ihre Probleme und Sorgen auf einmal wie weggeblasen und existierten nur noch in ihrer vagen Erinnerung. Entspannt legte sie den Kopf in den Nacken und ließ ihren Gedanken freien Lauf. Ich habe die wunderbarste Frau der Welt an meiner Seite. Das Leben könnte so schön sein. Mit Thea genieße ich wirklich jede Sekunde. Sie zeigt so viel Verständnis für mich, meine Ecken und Kanten. Ich liebe sie aus tiefstem Herzen und möchte für immer mit ihr zusammen sein, dachte sie glücklich und ließ in Theas Armen ihrer Fantasie und ihren Träumen auf eine sorglose Zukunft freien Lauf.

6

Aber wie das im Leben nun mal so ist, so musste auch dieser romantische Urlaub irgendwann zu Ende gehen. Michi und Thea hatten diese Wochen des Zusammenseins in vollen Zügen genossen, und Michi war es mit jedem Tag besser gelungen, von ihrem Job und der Staatsanwaltschaft Abstand zu gewinnen. Die beiden hatten sich in diesem Urlaub innig geliebt, viel zusammen unternommen, tiefgründige Gespräche geführt und ihre Seelen ausgiebig baumeln lassen. Alles in allem waren es für sie beide wundervolle und erfüllte Tage gewesen. Endlich hatten sie einmal ausreichend Zeit gehabt, sich mit Leib und Seele nahe zu sein und sich richtig gut kennenzulernen. Beiden war klargeworden, dass sie für immer gemeinsam durchs Leben gehen wollten.

Aber schon wenige Tage nach ihrer Heimkehr hatte der Alltag die beiden wieder fest im Griff. Vor allem Michi war von den tagtäglichen Aufgaben buchstäblich überrollt worden, und der damit verbundene Stress zehrte unnachgiebig an ihr. Regelmäßig arbeitete sie bis in die späten Abendstunden hinein und schleppte anschließend sogar noch Dossiers mit nach Hause, um dort weiterarbeiten zu können.

Teil 10

»Warum sagst du das denn so komisch? Bedrückt dich irgendetwas?« Michi legte den Kopf leicht schief und schaute Thea mit gerunzelter Stirn an.

Thea zupfte an ihrer Serviette herum. »Es . . . es ist nichts«, stotterte sie ausweichend und trank ganz schnell den letzten Schluck Kaffee. Dann lächelte sie. »Wolltest du mir nicht gerade etwas sagen?«, fragte sie und bedachte Michi mit einem eindringlichen Blick.

»Ja. Ich möchte dich nie hintergehen.« Michi nickte und hielt einen kurzen Moment inne. »Aber abschalten und die Arbeit für einen Moment ganz vergessen zu können . . .«, sie stieß einen tiefen Seufzer aus, »ist für mich einfach so wahnsinnig schwierig«, stöhnte sie herzerweichend und schaute erneut beschämt zu Boden. »Das ist echt eine Wahnsinnsherausforderung für mich . . . wohl die größte Herausforderung meines Lebens«, meinte sie mit mehr als nur ein bisschen Selbstironie.

Thea beugte sich zu Michi vor und streichelte ihr liebevoll übers Haar. »Ach . . . Vergiss doch, was gestern war. Heute ist ein neuer Tag«, meinte sie mit weicher Stimme und verweilte in Michis wunderschönen grünen Augen.

»Danke für dein Verständnis«, flüsterte Michi und schaute Thea schon viel ruhiger an.

»Was machen wir denn jetzt eigentlich für einen Ausflug? Was hast du vor?«, fragte Thea aufgeregt wie ein Kind.

Michi hauchte Thea einen Kuss auf die Lippen. »Komm mit und sieh selbst«, antwortete sie freudig erregt, nahm Thea an der Hand und ging mit ihr zum Fenster hinüber. »Da unten«, sagte sie und machte dazu eine begleitende Handbewegung.

Im Hof des Hotels standen zwei frisch gestriegelte Pferde, die vor eine wunderschön geschmückte Kutsche gespannt waren und leicht ungeduldig mit den Hufen scharten.

»Du meinst . . .« Thea starrte Michi ungläubig an. »Ist das dein Ernst? Ist die wirklich für uns?« Ein überglückliches Strahlen schlich sich in ihr Gesicht. »Machen wir zwei etwa eine Kutschfahrt?«

Michi nickte und lächelte. »Ja. Du hast mir doch mal erzählt, dass du winterliche Kutschfahrten im Schnee magst, dass du das so unglaublich romantisch findest.« Leicht verunsichert presste sie die Lippen zusammen und strich sich hastig über die Stirn. »Ich hoffe, dass ich damit meinen Fehltritt von gestern wieder einigermaßen gutmachen kann«, flüsterte sie und schaute Thea um Verzeihung bittend an.

»Ach . . . Du bist so süß«, sagte Thea mit bewegter Stimme und hauchte Michi einen Kuss auf die Lippen. »Ich freue mich so sehr auf unseren Ausflug«, entgegnete sie. Dann schaute sie Michi mitfühlend an. »Und es gibt nichts gutzumachen. Das Einzige, was ich mir wirklich wünsche, ist, dass du dich besser um dich selbst kümmerst und wir ein bisschen mehr Zeit miteinander verbringen können.« Ihr Blick wurde etwas ernster. »Und zwar auch, wenn wir wieder zu Hause sind und der Alltag mit all seinem Stress uns wiederhat.«

Michi stieß einen Seufzer aus. »Ja, mein Schatz, das wünsche ich mir auch. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mir das wünsche.« Sie reichte Thea die Hand. »Lass uns runtergehen. Der Kutscher und die Pferde warten schon auf uns.«

Eng aneinandergeschmiegt saßen die beiden schließlich in der Kutsche und igelten sich in warme Decken ein. Sie ließen die wildromantische Winterlandschaft auf sich wirken und fühlten sich wie in eine magische Zauberwelt entführt. Immer wieder schenkten sie sich liebevolle Blicke, während sie sich unter den Wolldecken und fern von fremden Blicken zärtlich streichelten. Es war der perfekte Wintertag mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein pur, wie die beiden es sonst eigentlich nur von Postkarten her kannten.

Eine ganze Weile später schaute Thea ihrer Michi tief in die Augen.

»Was ist denn?«, wollte Michi leicht verunsichert wissen.

Um Theas Mundwinkel begann es nervös zu zucken. »Ich möchte ja nicht die schöne Stimmung verderben, aber ich frage mich schon die ganze Zeit, warum du eigentlich dermaßen von deinem Ehrgeiz getrieben . . . ja regelrecht geplagt wirst?« Zärtlich legte sie einen Arm um Michis Schultern. »Bitte verzeih mir die indiskrete Frage, aber ein Blinder mit Krückstock kann doch sehen, dass du dich permanent wie verrückt im Hamsterrad drehst und einfach den Ausgang nicht findest . . . außer vielleicht manchmal im Urlaub.« Sie hielt kurz inne. Ihr Blick schweifte über die vom Schnee bedeckten Wiesen. Sie räusperte sich. »Aber selbst hier, in dieser wunderschönen Umgebung, bist du immer noch nicht ganz zur Ruhe gekommen«, meinte sie und hauchte Michi einen Kuss auf die Wange.

Michi schluckte und schaute in die weite Ferne, ihre romantische Spazierfahrt wurde vom gleichmäßigen Rhythmus des Pferdegespanns akustisch untermalt. Nach einer gefühlten Ewigkeit wandte sie sich schließlich mit Tränen in den Augen Thea zu. »Ich . . . Ich wurde eben von klein auf immer nur auf Leistung getrimmt. Hatte ich in der Schule eine gute Note, kam von meinen Eltern gleich die Frage, wer denn eine bessere geschrieben hätte.« Sie strich sich durchs Haar und atmete hörbar ein und aus.

»Und dann musste ich auch noch zum Ballettunterricht.« Sie stöhnte und zupfte an einem der Tannenzweige, die die Kutsche ringsum schmückten. »Ich habe Ballett gehasst.« Hastig wischte sie sich über die Augenlider. »Ich hätte meine Freizeit viel lieber im Pferdestall unseres Nachbars verbracht oder Eishockey gespielt.« Sie spürte, wie die altbekannte Wut wieder an die Oberfläche trat und versuchte krampfhaft, sich wieder zu beruhigen, was ihr aber nicht wirklich gelang. »Aber nein. Meine Eltern dachten, dass mir Pferdemist oder ein richtiger Sport für die Zukunft nichts bringen würde. Und . . . Und meine Ballettlehrerin konnte ich nicht ausstehen. Das ewige Herumschreien von dieser Tante hat mich nun wirklich nicht gefördert, und ich bin jedes Mal nur widerwillig – eben meinen Eltern zuliebe – dorthin gegangen«, knurrte sie verstimmt und kam dabei nur noch mehr in Rage. »Weil ich musste . . . weil ich so vieles immer einfach nur musste. Sie haben mich nie gefragt, ob mir das alles auch gefällt. Nein, ich musste einfach funktionieren, da gab es keine Widerrede.«

Thea fühlte, wie heikel dieses Thema für Michi war und drückte sie deshalb ganz zart an sich. »Bitte beruhige dich doch. Reg dich nicht dermaßen über diese Sache auf! Warum bringt dich meine Frage denn so sehr aus der Fassung, habe ich da einen wunden Punkt getroffen? Normalerweise bist du doch immer die Ruhe selbst«, meinte sie mit zärtlicher Stimme und wollte so die aufgeladene Stimmung wieder entschärfen.

Doch leider kam ihr Versuch zu spät. Michi riss sich wutentbrannt von Thea los, verschränkte energisch die Arme vor der Brust und starrte in die weite Ferne, über die Felder und zu den Bergen hinauf. Die Landschaft glitzerte zwar in einem wunderschönen Weiß, und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Doch das alles bekam Michi in diesem Moment überhaupt nicht mit, sie kochte innerlich, und eine Ader an ihrer Schläfe pochte unkontrolliert.

Thea entging nicht, wie sehr es in ihrer Liebsten gerade arbeitete, deshalb sagte sie eine Weile lieber gar nichts mehr, in der Hoffnung, dass Michis Anspannung langsam wieder von selbst abklingen würde.

Teil 09

Thea stöhnte lustvoll auf und hatte ihre liebe Mühe, sich gerade auf den Beinen zu halten. »Wie lange dauert das denn noch . . . bis wir endlich im Zimmer sind?«, wisperte sie erregt, während sie sich Michis Berührungen und dem immer stärker pulsierenden Druck zwischen ihren Schenkeln hingab.

»Na, na, nicht so ungeduldig . . . meine Liebste. Gewöhn dich besser daran, dich in Geduld zu üben, denn ich will dich schließlich ausgiebig genießen und mir jede noch so kleine Einzelheit auf der Zunge zergehen lassen. Schlussendlich haben wir Urlaub«, neckte Michi übermütig und musste sich selbst enorm beherrschen, da ihr eigenes Verlangen rasant ins Unermessliche stieg und sie sich kaum noch kontrollieren konnte. »Du wirst dich also noch etwas gedulden müssen«, hauchte sie Thea sinnlich ins Ohr und leckte ihr dabei genüsslich übers Ohrläppchen. Oje . . . am liebsten würde ich auf der Stelle die Stopptaste drücken, schoss es ihr durch den Kopf, während sie überwältigt nach Luft schnappte und ihrer Geliebten lustvoll ins Ohr stöhnte.

Endlich im Zimmer angekommen gab sie der Tür mit dem Fuß einen kräftigen Tritt und beförderte Thea hastig in Richtung Bett. Dann gab sie ihr augenzwinkernd einen spielerischen Stoß, so dass Thea hinterrücks aufs Bett fiel und sich verführerisch vor Michi zu räkeln begann. Einladend spreizte sie die Beine und sah Michi verlangend entgegen.

Um Michis Mundwinkel zuckte es erregt. »Ich kann dir einfach nicht widerstehen . . . schöne Frau«, raunte sie. »Bei deinem Anblick werde ich nun einmal immer wieder schwach«, seufzte sie und zog Thea geschickt die Jeans über die verführerisch-weiblichen Hüften.

Schnell entledigte sie sich ihrer eigenen Kleidung und legte sich dann nackt neben die Frau, die sie jetzt unbedingt verwöhnen wollte. Genießerisch ließ sie ihren Blick über Theas unwiderstehlichen Körper wandern, packte dann unvermittelt Theas Slip und zerriss ihn kurzerhand. »Mein Gott . . . machst du mich heiß. Ich will dich, und zwar auf der Stelle«, flüsterte sie mit tiefer Stimme. »Spreiz deine Beine, ich möchte dich anschauen und dir zeigen, wie sehr ich dich begehre.«

Thea zuckte zusammen und stöhnte erregt auf, öffnete aber sofort widerstandslos ihre Beine. Gespielt entsetzt starrte sie Michi aus großen Augen an. »Aber . . . aber. Was für ein Verhalten die Frau Staatsanwältin heute an den Tag legt, so kenne ich Sie ja gar nicht«, tadelte sie spielerisch.

Mit einem überlegenen Lächeln ließ Michi wortlos zwei Finger tief in die verlockende Mitte ihrer Geliebten eintauchen, die sie schon mit einer freudigen Nässe willkommen hieß. Zärtlich streichelten ihre Fingerspitzen über die feuchten Schamlippen, verteilten genüsslich die Feuchtigkeit auf ihrer Perle und wanderten hinauf über ihren angeschwollenen Hügel.

Thea stöhnte laut auf und spreizte die Schenkel noch etwas mehr und ließ so ihre Liebste wortlos wissen, wonach sie sich in diesem Moment sehnte. Langsam näherte Michi sich mit dem Gesicht Theas Mitte. Michi konnte und wollte diesem Anblick nicht länger widerstehen, und im nächsten Moment schon drang sie mit ihrer Zunge ganz tief in Theas Liebeshöhle ein. Erst sanft, dann fordernd tanzte ihre Zungenspitze über den angeschwollenen Hügel und die empfindsame Perle, nahm den süß schmeckenden Nektar ihrer Geliebten ganz in sich auf.

Voller Verlangen räkelte sich Thea unruhig unter Michis Zärtlichkeiten, spannte jeden Muskel an und drückte sich ihr fiebernd entgegen. »Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel, viel zu viel. Bitte erlöse mich«, flehte sie, nur um bei der nächsten Berührung mit einem lauten Lustschrei heftig aufzuzucken.

Michi drang jetzt noch gieriger in Thea ein und nahm ihren Saft ganz in sich auf. »Du schmeckst einfach wundervoll«, stöhnte sie, während ihre Zunge weiter über die harte Perle kreiste, an ihr saugte und lutschte. Ihre Hände umfassten energisch Theas Hüften und hielten sie fest, damit sie Theas Lustzentrum immer heftiger und intensiver verwöhnen konnte. Thea spannte jeden Muskel an, wisperte unverständlich vor sich hin und wand sich hemmungslos unter ihrer Liebsten. Michis Erregung stieg ins Uferlose. Mit ein paar gezielten Zungenschlägen brachte sie ihre Geliebte der Erlösung unaufhaltsam näher, bis Thea komplett die Kontrolle verlor und den Höhepunkt ihrer Lust einfach nur noch aus sich herausschrie.

»Du bist wirklich eine wundervolle Liebhaberin«, flüsterte Thea eine ganze Weile später, als sie sich etwas von ihrem Liebesspiel erholt hatte. »Wie wär’s?«, fragte sie und schaute ihre Liebste dabei verführerisch an. Ihre Fingerspitzen streichelten zärtlich über Michis straffe Innenschenkel . . . ließen ihre Geliebte unwillkürlich aufzucken und verrieten ihr, wie sehr Michi bereits in Flammen stand.

Thea lächelte siegesgewiss. »Schön . . . sehr schön«, raunte sie und schob unvermittelt eine Hand zwischen Michis Schenkel. »Und glaub ja nicht, dass du bei mir um Gnade betteln kannst«, sagte sie mit gespielt strenger Stimme. »Für deinen Fehltritt von heute Morgen hast du eine süße Strafe nun wirklich verdient.« Gespielt mitleidig schaute sie Michi an. »Findest du nicht auch, Frau Staatsanwältin?«

Michis Kehle entrang sich ein lautes Stöhnen. Ergeben legte sie den Kopf nach hinten, während sich ihre Finger nach Halt suchend ins Bettlacken krallten. »Mach mit mir, was auch immer du willst«, wisperte sie und rang schon jetzt verzweifelt nach Luft. »Du bringst mich noch um den letzten Verstand«, stöhnte sie und spannte jeden Muskel erwartungsvoll an, als sie plötzlich Theas Finger ganz tief in sich spürte, die sich erst sanft, dann immer schneller in ihr bewegten . . .

»So gefällst du mir. Gib dich mir ganz hin, Widerstand ist nämlich zwecklos«, hauchte Thea Michi ins Ohr, während sie mit geschickten Fingern Michis Lustzentrum immer mehr zum Pochen und Beben brachte.

Nun war es Michi, die sich voller Verlangen ungezügelt im Bett hin und her wand. Sie war ihrer Liebsten völlig ausgeliefert und gab sich ihr voll und ganz hin . . . bis schließlich ihre pulsierende Mitte im Höchstgefühl purer Ekstase explodierte und ihrer lustvollen Qual ein Ende setzte, wobei Michi nur noch Sterne sah und alles um sich herum vergaß.

5

»Bitte zieh dich heute warm an. Wir machen einen Ausflug«, sagte Michi nach dem Frühstück liebevoll zu Thea und streichelte ihr über den Handrücken. Ich wünsche mir so sehr, dass dir meine Überraschung gefällt, dachte sie und war innerlich schon ganz schön aufgeregt.

»Warm anziehen? Was hast du denn vor?«, fragte Thea ihren Schatz ziemlich überrascht und stellte behutsam ihren Orangensaft auf den Tisch.

Michi stand auf und ging direkt vor Thea in die Hocke. Zärtlich legte sie Theas Hand in ihre und versank, wie so häufig, in den wunderschönen Augen ihrer Liebsten. »Es tut mir wirklich leid, dass ich mich gestern so heimlich aus dem Zimmer geschlichen habe.« Beschämt blickte sie zu Boden. »Du weißt schon . . . um zu telefonieren«, murmelte sie leise und streichelte sanft über Theas Knie. Dann schaute sie ihren Liebling eindringlich an. »Nie, aber auch wirklich nie, möchte ich dich hintergehen und belügen«, flüsterte sie und musste dabei schwer schlucken.

»Das . . . das möchte ich auch nie«, stotterte Thea verlegen und blickte dabei irgendwie nachdenklich zum Fenster hinüber, während an ihrer Schläfe eine Ader zu pochen begann. »Ich möchte dich auch nie belügen«, gab sie kleinlaut zurück.

Teil 08

Thea schaute Michi mit einem düsteren Blick an. »Kannst du mir bitte mal verraten, was du hier gerade machst? Dich einfach so klammheimlich wegschleichen und hinter meinem Rücken mit der Arbeit telefonieren? Was soll das denn?« Angespannt klopfte sie mit dem Fuß auf den Boden und wartete mit verschränkten Armen auf Michis Erklärung.

Mit zusammengepressten Lippen und einem hochroten Gesicht ließ Michi schnell ihr Mobiltelefon in der Hosentasche verschwinden. Sie begann, mit der rechten Hand nervös an ihrem Waage-Kettenanhänger herumzuspielen, der sowohl ihr Sternzeichen als auch ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn symbolisierte. »Tja, was soll ich denn jetzt sagen?«, fragte sie und fühlte sich auf frischer Tat ertappt. Sie stieß einen Seufzer aus und raufte sich aufgewühlt die Haare. »Die Arbeit . . . das Büro. Ach . . . du weißt doch, wie das ist. Ich musste ein paar Sachen abklären und in die Wege leiten«, meinte sie und wandte sich, in dem Versuch, sich irgendwie aus dieser misslichen Situation zu befreien, von Thea ab.

Thea schnitt Michi geschickt den Weg ab, blieb vor ihr stehen und stemmte energisch die Hände in die Hüften. »Aha . . . und wie war das nun genau? Hast du im Büro angerufen? Oder hat man versucht, dich zu erreichen?« Mit zusammengekniffenen Augen musterte sie ihre Liebste eindringlich. Dann nickte sie. »Lass mich raten«, meinte sie und rollte genervt die Augen. »Du hast angerufen.«

Sichtlich betroffen spielte Michi weiterhin mit ihrem Anhänger. »Ich will dich nicht anlügen.« Beschwichtigend hob sie die Hände. »Ja, du hast ja recht. Ich habe mich nach dem Stand von ein paar Fällen erkundigt«, gestand sie und schaute beschämt zu Boden.

Thea stieß einen schweren Seufzer aus und legte den Kopf in den Nacken. »Schatz . . . hast du mir nicht erst gestern Abend noch hoch und heilig versprochen, die Arbeit einfach mal Arbeit sein zu lassen? Hm? War das nicht so?« Eindringlich schaute sie Michi an.

Mit Tränen in den Augen und um Verzeihung bittend schaute Michi Thea traurig an. »Doch . . . habe ich. Es . . . es ist nur so schwer für mich loszulassen. Ich fühle mich – selbst hier in dieser Urlaubsoase – immer noch für jeden und alles verantwortlich.« Betrübt schüttelte sie den Kopf über sich selbst. »Ich habe ständig das Gefühl, dass alle etwas von mir wollen und ich allen und allem gerecht werden muss. Ich komme einfach nicht zur Ruhe«, seufzte sie und lehnte sich an die Wand. »Ich kann einfach so schlecht Nein sagen«, stöhnte sie niedergeschlagen.

Thea beobachtete Michi einen langen Moment. Dann ging sie auf sie zu und streichelte ihr zärtlich über die Wange. »Wann lernst du endlich, dass du nicht für die ganze Welt verantwortlich bist? Bitte . . . kümmere dich ein bisschen besser um dich selbst. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.« Sie stieß einen Seufzer aus. »Du musst wirklich mehr an dich denken und nicht immer nur an die anderen. Am Schluss dankt dir nämlich niemand, und du stehst ganz allein da«, meinte sie nun mitfühlend und hauchte ihrer Liebsten einen Kuss auf die Lippen.

»Ich weiß. Du hast ja recht . . . wie immer«, entgegnete Michi traurig und strich sich hektisch durchs Haar. »Aber es gelingt mir einfach nicht, mich aus diesem Strudel . . . aus diesem Teufelskreis zu befreien«, seufzte sie und schaute Thea hilflos an.

Thea lächelte aufmunternd und drückte Michi sanft an sich. »Erstens habe ich nicht immer recht. Ganz bestimmt nicht. Und zweitens darfst du nicht aufgeben. Irgendwann wirst du es schaffen und dir klar darüber werden, dass es neben der Arbeit auch noch etwas anderes im Leben gibt.« Liebevoll schaute sie ihren Schatz an. »Ich möchte dir ein Burnout wirklich ersparen. Ich weiß doch, wovon ich rede. Ich habe es doch am eigenen Leib erlebt . . . diese Hölle«, sagte sie. Um ihre Mundwinkel begann es heftig zu zucken. »Ich habe es selbst erleben müssen«, flüsterte sie mit zittriger Stimme, »und es war eine schreckliche, absolut grausame Zeit«, murmelte sie fast unhörbar und schaute Michi mit Tränen in den Augen an.

Eine gefühlte Ewigkeit hielten sie sich einfach nur fest, ganz fest, und jede spürte den Atem und Herzschlag der anderen.

»Ich wünsche mir eine liebe Frau an meiner Seite. Sonst nichts. Du musst mir nichts beweisen. Und du musst mir auch nicht die Welt zu Füßen legen. Denn eines habe ich ganz sicher gelernt. Für mein Leben und mein Glück bin ich selbst verantwortlich. Niemand anderes, und somit auch nicht du«, flüsterte Thea ihrer Michi zärtlich ins Ohr, während sie ihr beruhigend über den Rücken streichelte.

Michi stieß einen erleichternden Seufzer aus und drückte sich noch etwas fester an Thea. »Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Danke, dass du in mein Leben getreten bist. Wie habe ich dich bloß verdient?«, fragte sie mit sanfter Stimme und drückte ihre Wange liebevoll an Theas. »Wie wär’s eigentlich, wenn wir uns noch ein wenig ins Zimmer . . .«, sie räusperte sich und errötete leicht, »ins Bett zurückziehen würden?« Verführerisch schaute sie Thea in die Augen. »Schließlich muss ich ja etwas wiedergutzumachen«, raunte sie.

Thea nickte und lächelte zufrieden.

Innerlich seufzte Michi erleichtert auf und war glücklich, dass Thea diesen leidigen Anruf ins Büro so rasch auf sich hatte beruhen lassen und kein weiteres Drama mehr daraus machte. Sie war unsagbar froh, dass sie das Thema so schnell hatte wechseln können.

Gemeinsam betraten sie den Fahrstuhl, und die Tür schloss sich mit einem quietschenden Geräusch hinter ihnen. Michi spürte, wie ihr Blut allein bei dem Gedanken, mit Thea zärtliche Stunden zu verbringen, in Wallung geriet. Jede Zelle in ihrem Körper hatte bereits Feuer gefangen, und sie spürte unersättliche Sehnsucht, Verlangen und Begierde in sich. Sie konnte es kaum noch erwarten, dieses allumfassende Lustgefühl mit Thea zu teilen, ihre Liebste zu verwöhnen und sich ihrer Leidenschaft ganz hinzugeben.

»Am liebsten würde ich jetzt den Lift anhalten und gleich hier über dich herfallen«, raunte sie mit verführerischer Stimme, näherte sich Thea und bedeckte ihre Lippen mit leichten Schmetterlingsküssen.

Thea grinste. »Dann mach doch«, meinte sie und schaute Michi herausfordernd an.

Michis verheißungsvoller Blick funkelte Thea übermütig entgegen. »Okay . . . wenn es dein Wunsch ist«, meinte sie und legte den Zeigefinger auf den roten Knopf. Anzüglich zwinkerte sie Thea zu. »An mir soll’s nicht liegen«, sagte sie neckend und fixierte die Stopptaste erneut mit ihrem Blick. »Eins . . . zwei . . .«

Nun wurden Theas Augen noch um eine Nummer größer. Eilig riss sie Michis Hand von der Taste weg. »Nein. Nicht anhalten . . . bitte nicht«, rief sie nervös. »Ich . . . ich habe es mir gerade anders überlegt«, stotterte sie und schaute Michi eindringlich an. Dann räusperte sie sich. »Ich glaube, ich möchte nun doch lieber mit dir aufs Zimmer«, sagte sie und errötete leicht.

Michi lachte amüsiert. »Aha . . . traust dich wohl doch nicht, du Feigling«, meinte sie neckend und begann, genießerisch Theas feste Brüste zu streicheln und zu massieren, während sie herausfordernd ein Bein zwischen Theas durchtrainierte Schenkel gleiten ließ.

Teil 07

Michi schaute Thea voller Leidenschaft an, während ihre Fingerspitzen bereits sanft über Theas Knospen streichelten. »Ob die jetzt auch nach Rosenblüten schmecken?«, neckte sie und wollte ihre Lippen schon auf Theas kleine, feste Brüste pressen.

Thea stieß einen theatralischen Seufzer aus. »Du denkst wirklich immer nur an das Eine«, raunte sie und drückte Michis Kopf spielerisch unter Wasser.

Nach Luft schnappend tauchte Michi wieder auf und warf Thea einen herausfordernden Blick zu. »Na warte«, neckte sie. Jetzt war es nämlich vollends um sie geschehen und sie begann, Theas Dekolleté und Hals mit Küssen zu verwöhnen.

Begleitet von Kerzenlicht, das geheimnisvolle Schatten an die Wände warf und romantischer Geigenmusik, die die harmonische Zweisamkeit noch mehr unterstrich genossen die beiden ein Liebesspiel der etwas anderen Art und vergaßen für lange Zeit alles andere um sich herum . . .

4

Nach einer wunderschönen Nacht erwachte Thea am nächsten Morgen mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Ihre Hand tastete schlaftrunken nach rechts. Erst einmal, dann ein zweites Mal. Aber leider vergeblich. Sie riss die Augen weit auf und runzelte verwirrt die Stirn. Als sie nun zur Seite blickte, musste sie mit Entsetzen feststellen, dass Michi nicht mehr neben ihr lag. Hastig blickte sie sich im Zimmer um, stand schließlich noch immer ziemlich verschlafen auf und öffnete erst einmal die Gardinen, um ein wenig Licht ins Zimmer zu lassen. Dann warf sie einen Blick ins Badezimmer und rief dabei Michis Namen. Von Michi keine Spur. Mit einem traurigen Seufzer ließ sie sich wieder aufs Bett fallen und zog die Bettdecke bis zum Kinn hoch. Michi . . . wo bist du denn? Weshalb liegst du nicht neben mir?

In Theas Kopf gingen die wildesten Gedanken umher, als plötzlich ihr Handy klingelte und sie zusammenzucken ließ. Tief erschrocken und ohne auf das Display zu schauen, nahm sie den Anruf, immer noch nicht ganz wach, entgegen. Im gleichen Moment erstarrte sie. »Sonja . . . Du?«, krächzte sie ins Mobiltelefon, setzte sich binnen eines Sekundenbruchteils im Bett aufrecht hin und raufte sich betroffen die Haare. Aufmerksam, aber völlig aufgewühlt, hörte sie zu, was am anderen Ende gesprochen wurde.

»Sag das bitte noch mal. Wann kommst du?«, fragte Thea ganz aufgeregt. Ihr klappte die Kinnlade herunter, während sie Sonja weiterhin sprachlos zuhörte. »Oje! Wie? Was?« Erneut raufte sie sich die Haare. »Schon so bald. Warum das denn?« Sie schluckte, und ihre Gesichtsfarbe wurde immer blasser.

Am anderen Ende wurde ununterbrochen weitergesprochen.

»Das kommt jetzt alles doch ziemlich überraschend . . .«, meinte Thea und strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr. »Ähm . . . Puh.« Irgendwie wollten ihr die richtigen Worte im Moment nicht einfallen. Sie räusperte sich. »Wir müssen uns unbedingt treffen, wenn du da bist. Es gibt . . . es gibt da etwas, was ich dir sagen muss«, stotterte sie, schloss die Augen und musste erneut schlucken, während sie Sonjas weiteren Schilderungen lauschte. »Nein, das kann ich dir nicht am Telefon sagen. Das musst du doch verstehen!«, sagte Thea bittend und beendete kurze Zeit später völlig aufgewühlt das Telefonat.

Thea legte sich aufs Bett und starrte eine halbe Ewigkeit lang die Decke an, Michi schien fürs Erste vergessen. Der Anruf hatte sie wirklich ganz schön aus der Bahn geworfen. Eine ganze Weile später stand sie schließlich seufzend auf, ging niedergeschlagen ins Bad und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Das hatte ihr heute gerade noch gefehlt! Dieser Morgen verlief eh schon ganz anders als erwartet, da von ihrer geliebten Michi immer noch jegliche Spur fehlte.

In letzter Zeit hatte sich Thea häufiger Sorgen um Michi gemacht. Es gab Tage, an denen erkannte sie in Michi sich selbst wieder und ließ die schrecklichen Geschehnisse von damals vor ihrem inneren Auge Revue passieren. Dann kam es ihr manchmal vor, als wäre es erst gestern gewesen, wie sie vor gut vier Jahren selbst wie eine Wahnsinnige unaufhaltsam von Termin zu Termin gehetzt war und sich einfach nie eine Pause gegönnt hatte. Aber sie hatte es zu der Zeit perfekt draufgehabt, sich immer wieder beruhigend einzureden, dass alles doch nicht so schlimm und tragisch wäre und sie alles bestens unter Kontrolle hätte. Ihr ganzes Leben, die privaten Umstände und der Job hatten damals sehr an ihr gezehrt. Und eines Tages war das Fass dann einfach voll . . . zu voll gewesen und übergelaufen. Bei Thea hatte dann nichts mehr so wie es sollte funktioniert.

Wie gern würde sie jetzt Michi aus diesem Hamsterrad-Fiasko heraushelfen. Denn Michi schien es einfach nicht zu gelingen, sich im Alleingang aus diesem Labyrinth zu befreien. In Theas Augen drehte sie sich ständig im Kreise und wusste meist nicht mehr, wo oben und unten war. Leider wusste sie, Thea, ja aus eigener Erfahrung, dass ein solcher Ausstieg und das Durchbrechen solch eingefleischter Verhaltensmuster gar nicht so einfach war. Sie selbst hatte damals den Absprung nicht rechtzeitig geschafft und schließlich von einem auf den anderen Tag ein Burnout erlitten, von dem sie sich über ein Jahr lang hatte erholen müssen. Von jetzt auf gleich hatte sie damals nicht mehr gewusst, wo ihr der Kopf stand, was sie fühlte, wohin ihr Weg gehen sollte und vor allem, wie sie aus diesem Teufelskreis wieder herauskommen sollte. Damals war ihr nichts anderes übriggeblieben, als sich einer mehrwöchigen Behandlung in einer Klink zu unterziehen, wo sie wieder Kraft und Zuversicht hatte tanken können.

Eigentlich hatte sie nie im Leben damit gerechnet, dass ihr einmal so etwas passieren könnte. Sie war doch eine gestandene Frau und mit beiden Beinen fest im Leben verankert. Damals war sie immer der festen Überzeugung gewesen, dass Burnouts nur anderen passierten, aber ihr selbst ganz sicher nicht. Wie sehr hatte sie sich damals getäuscht! Und deshalb hatte es sie auch mit solcher Wucht und völlig unvorbereitet getroffen.

Sie unterbrach ihre Gedanken und brachte sich energisch in die Gegenwart zurück. Jetzt musste sie Michi suchen und finden. Aber wo konnte sie bloß sein? Thea schlüpfte schnell in ein paar Freizeitklamotten und machte sich auf die Suche nach ihrem Schatz. Als sie nach einer gefühlten Ewigkeit bereits das halbe Hotel abgesucht hatte, hörte sie plötzlich von weitem Michis Stimme. Thea schlich sich auf leisen Sohlen bis zur nächsten Ecke und lauschte. Eigentlich war es sonst überhaupt nicht ihre Art, andere und schon gar nicht Michi, die sie über alles liebte und der sie vertraute, zu belauschen. Aber irgendwie beschlich sie ein ungutes Gefühl, und sie entschied sich entgegen all ihrer Prinzipien, nun doch zuzuhören.

»Im Betrugsfall müssen noch Vorladungen erlassen werden. Im Tötungsdelikt ›H‹ muss der Anwalt seine Kostennote einreichen.« Einen kurzen Moment war es still. »Betreffend Unfall im Tunnel muss ich die Einvernahmen vorbereiten. Konnte schon eine Täterschaft im Brandstiftungsfall ermittelt werden?« Michi holte tief Luft und wollte gerade weitersprechen, als plötzlich Thea vor ihr auftauchte. »Ich rufe später zurück«, murmelte sie ins Handy, beendete abrupt das Telefonat und schaute Thea ziemlich schuldbewusst an.

Teil 06

Die Frau an der Rezeption drückte Michi einen Briefumschlag in die Hand. »Den Schein geben sie einfach später im Wellness-Bereich ab, wenn sie sich dort anmelden«, meinte sie und lächelte den beiden nett zu. »Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserem Haus. Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, wenden Sie sich bitte jederzeit an die Rezeption.«

Michi bedankte sich und warf einen kurzen Blick auf den Inhalt des Kuverts, steckte es schließlich ein und machte sich mit Thea zusammen auf Zimmersuche.

Auf dem Weg zum Zimmer kamen die beiden aus der Begeisterung gar nicht mehr heraus. Die Hotelanlage war ganz in Erdtönen gehalten und überzeugte durch ihre schlichte Eleganz und eine entspannte Atmosphäre.

Als sie auf Umwegen dann in ihrem Zimmer angelangt waren, konnte man Thea ihre Begeisterung schon von weitem ansehen. »Wow, das ist ja unglaublich! Sag mal, hast du etwa die Hochzeitssuite für uns gebucht?«, fragte sie hocherfreut.

Michi verzog amüsiert die Lippen. »Nicht ganz.« Sie zwinkerte Thea vergnügt zu. »Vielleicht dann das nächste Mal. Wer weiß?«, meinte sie mit einem verträumten Blick. »Gefällt es dir also?« Hoffnungsvoll schaute sie Thea an und wartete gespannt auf eine Antwort.

Thea legte Michis Hände in ihre, zog ihren Schatz ganz nah zu sich heran und legte sich anschließend mit ihrem Liebling zusammen aufs Bett. »Es ist ein absoluter Traum. Vielen, vielen Dank für dieses wundervolle Geschenk«, flüsterte sie und hauchte Michi einen Kuss auf die Lippen. »Von mir aus müssen wir das Zimmer heute auch gar nicht mehr verlassen«, raunte sie einladend und sah ihrer Liebsten verführerisch in die Augen.

Mit zusammengepressten Lippen warf Michi Thea einen gespielt traurigen Blick zu. »Ich befürchte leider, dass wir doch noch einmal raus müssen. Für uns wird nämlich gerade ein romantisches Kleopatra-Schaumbad vorbereitet.« Sehnsüchtig zwinkerte sie Thea zu. »Nur für uns beide. Und dazu gibt’s noch ein Gläschen Sekt«, erklärte sie und streichelte Thea sanft über den Arm. »Ich hoffe, es ist ganz in deinem Sinne, den gemeinsamen Urlaub so zu beginnen?«

»Du hast wirklich an alles gedacht, ein absoluter Traum«, stellte Thea liebevoll fest und lächelte begeistert.

»Ich weiß nicht, ob ich an alles gedacht habe. Schließlich ist kein Mensch perfekt«, sagte Michi achselzuckend, während ihre Fingerspitzen zärtlich über Theas Wange streichelten. »Aber mir liegt sehr viel daran, unseren Urlaub so romantisch wie nur möglich zu gestalten. Und dazu gehört eben auch der richtige Auftakt«, raunte sie und versank erneut in Theas wunderschönen Augen. »Und natürlich will ich den Urlaub mit dir in vollen Zügen genießen . . . dich von Herzen verwöhnen und endlich Zeit für dich haben.«

Thea runzelte nachdenklich die Stirn und schaute Michi etwas skeptisch an. »Du und nicht perfekt. Und das dann auch noch aus deinem Mund. Du selbst bist doch immer die Perfektion in Person«, sagte sie leicht herausfordernd und schaute ihren Schatz durchdringend an.

»Bitte . . . Können wir dieses leidige Thema für die nächsten drei Wochen einfach einmal vergessen?«, fragte Michi leicht genervt und strich sich dabei durch ihr kurzes Haar.

Thea grinste. »Wow . . . Was ist denn mit dir passiert? So kenne ich dich ja gar nicht.« Sie schenkte Michi ein sanftes Lächeln. »Ich bitte darum. Sehr, sehr gern«, meinte sie und schaute ihren Schatz aufmerksam an. »Das wäre wirklich schön, wenn wir beide Job einfach mal Job sein lassen könnten.«

»Jawohl, zu Befehl. Genau das werden wir tun«, witzelte Michi jetzt wieder gutgelaunt. Sie blickte auf die Uhr. »Oh . . . wir müssen uns beeilen. Unser Bad wartet«, sagte sie, zwinkerte Thea verführerisch zu und sprang vom Bett auf. Rasch ließ sie ihre Hüllen fallen und schlüpfte in den bereitliegenden Wellnessbademantel.

Wenig später betraten sie gemeinsam die wunderschöne, herrlich duftende Wellnessoase, die zum Verweilen und Entspannen einlud. Gedämpftes Licht und sanfte Musikklänge entführten sie in eine andere Welt . . . in eine Welt, in der die Zeit stehenblieb und Frau sich verwöhnen und verzaubern lassen konnte.

Eine Frau im weißen Kittel hieß sie herzlich willkommen, nahm von Michi die Voucher entgegen und zeigte ihnen anschließend den Weg zu einem liebevoll eingerichteten Raum, der in sanftem Kerzenlicht und einem wundervollen Ambiente erstrahlte.

»Es ist alles für Ihr Kleopatra Bad, dem Bad der Träume, vorbereitet. Sollten Sie noch irgendetwas benötigen, so brauchen Sie nur zu klingeln. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und erholsamen Aufenthalt bei uns«, sagte die Frau freundlich und verschwand diskret nach nebenan.

Michi und Thea schlossen die Tür hinter sich ab und schauten sich verträumt um.

»Du bist ja eine richtige Romantikerin, das hätte ich gar nicht von dir gedacht«, flüsterte Thea und ließ ihren Bademantel aufreizend vor ihrer Liebsten zu Boden schweben.

Michi tat es Thea gleich und konnte gar nicht schnell genug aus ihrem Mantel kommen. Sie nahm Thea sanft in die Arme und drückte sie zärtlich an sich. »Es tut mir entsetzlich leid, dass ich die letzten Wochen so wenig Zeit für dich hatte«, seufzte sie und schluckte schwer. »Du bist so eine tolle Frau. Ich möchte dich auf Händen tragen und dir die Welt zu Füssen legen«, flüsterte sie verliebt in Theas Ohr. Sie wollte schon weitersprechen, als Thea ihr den Zeigefinger auf die Lippen legte.

»Pst . . . lass uns lieber in die Wanne steigen, sonst wird das Wasser noch kalt«, sagte sie einladend und tauchte in das Schaumbad voller herrlich duftender Rosenblüten ein. »Übrigens eine sehr schöne Idee von dir, mein Schatz«, wisperte sie und reichte ihrer Liebsten die Hand. »Komm doch zu mir und leiste mir Gesellschaft«, sagte sie verführerisch und zwinkerte Michi betörend zu.

Schließlich saßen sie sich ganz entspannt im Schein von flackernden Teelichtern in der großen Wanne gegenüber. Für eine gefühlte Ewigkeit versanken ihre Blicke einfach nur ineinander und gaben sich so wortlos ihre unendliche Liebe und Zuneigung zu verstehen. Sie legten beide den Kopf entspannt nach hinten, schlossen die Augen und ließen gleichzeitig einen genießerischen Seufzer von sich. Noch einmal sahen sie sich tief in die Augen und mussten ein wenig über sich selbst schmunzeln, dass sie schon zu Anbeginn ihres romantischen Urlaubs so in Einklang waren. Dann lauschten sie eine ganze Weile nur noch den sanften Musikklängen, und jede hing ihren eigenen Gedanken und Träumen nach. »Das sollten wir öfters tun«, meinte Thea eine ganze Weile später und schenkte Michi ein liebevolles Lächeln.

Michi lächelte glücklich zurück. »Ja, das sollten wir wirklich öfters tun«, flüsterte sie, spielte mit dem Schaum und genoss das wohltuende Bad. Etwas später erhob sie sich und rutschte zu Thea hinüber. »Ich liebe dich«, hauchte sie ihr ins Ohr und küsste zärtlich Theas Lippen. »Ich bin überglücklich, dass wir uns jetzt einfach nur mal auf uns konzentrieren können«, wisperte sie.

»Und ich liebe dich«, stöhnte Thea erregt in Michis Mund. »Es ist wahnsinnig schön, mit dir hier zu sein und Zeit mit dir zu verbringen«, raunte sie.

Teil 05

Michi nickte gehorsam und stöhnte auch sofort laut auf, als Thea nun immer schneller über ihre pulsierende Perle, ihre glattrasierte Scham rieb und noch einen dritten Finger tief in sie hineingleiten ließ. Diese köstliche Qual war kaum noch zu ertragen, und mit angespannten Muskeln krallte sich Michi verzweifelt am Bettlacken fest.

Während sich die beiden tief in die Augen sahen, schob Thea sich nun vorsichtig auf Michi und zeigte ihr so auch ihr eigenes Verlangen.

Michi umfasste die weich-geschwungenen Hüften ihrer Liebsten und zog sie fest an sich. Gleichzeitig drückte sie ihr gierig ihre Mitte entgegen, die nun vor Begehren tropfte. In gleichmäßigem Rhythmus rieben sie sich aneinander, ließen ihre Säfte miteinander vermischen und wurden schließlich ganz eins.

Ihre Bewegungen wurden unaufhaltsam schneller, heftiger und fordernder. Ihr Atem kam unregelmäßig, sie stöhnten laut um die Wette. Dieses Höchstgefühl der Ekstase brachte sie beinahe um den Verstand und ließ sie im Einklang endlich der langersehnten Erlösung entgegenschweben.

3

In den kommenden Wochen hatten sowohl Michi als auch Thea vor allem beruflich viel um die Ohren. Michi hatte nach wie vor viel aufzuarbeiten, da ihre Fälle während der Zeit, als sie ihr dreimonatiges Praktikum beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag absolviert hatte, mehrheitlich liegengeblieben waren. Nur für das Allernötigste hatte sie während dieser Zeit eine Vertretung gehabt. Mit Ausnahme ihrer Fechtabende saß Michi eigentlich jeden Abend bis spät in die Nacht im Büro und schleppte anschließend sogar noch Akten mit nach Hause. Oft fielen ihr dann irgendwann vor Erschöpfung einfach die Augen zu, und sie schlief über ihren Dossiers am Wohnzimmertisch ein. Thea gefiel diese Entwicklung ganz und gar nicht. Sie machte sich große Sorgen um ihren Schatz, so ein Übermaß an Arbeit musste selbst der Stärksten irgendwann an die Substanz gehen, und sie wusste nicht, wie lange Michi das wohl noch durchstehen würde.

Thea hatte als Rechtsanwältin in letzter Zeit ein paar neue Mandanten dazugewinnen können. Nach ihrem Burnout vor ein paar Jahren hatte sie zwar ihr Arbeitspensum drastisch reduziert, aber auch sie war dieser Tage arbeitsmäßig gut ausgelastet.

Michi und Thea hatten sich im vorherigen Sommer bei einem gemeinsamen Tierschutzfall, den Regina von Siebenthal damals ins Rollen gebracht hatte, in Basel kennengelernt und sich auf der Stelle ineinander verliebt. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick gewesen, und sie hatten gleich bei der ersten Verabredung gewusst, dass sie ab sofort gemeinsam durchs Leben gehen wollten.

Doch leider waren die ersten Wochen des neugefundenen Liebesglücks jäh unterbrochen worden, da Michi bereits kurz darauf für ein spannendes Praktikum nach Den Haag gereist war. Ab dem Moment hatten die beiden sich nur noch ab und zu an den Wochenenden gesehen, was ihren Gefühlen zwar keinen Abbruch getan hatte, aber ihrem gegenseitigen Kennenlernen ziemlich in die Quere gekommen war. Selbst als Michi dann endlich aus Den Haag zurückgekehrt war, hatte sie es schwierig gefunden, beruflich auch einmal zurückzustecken und sich mehr auf Thea zu konzentrieren, was schon das ein oder andere Mal zu unangenehmen Auseinandersetzungen geführt hatte.

Heute war es also endlich so weit. Der langersehnte Winterurlaub stand vor der Tür, und beide konnten es kaum erwarten, endlich einmal richtig Zeit füreinander zu haben. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Urlaub war es gewesen, die sie in den vorangegangen schwierigen Wochen bei der Stange gehalten hatte, sonst wäre Thea vielleicht doch noch irgendwann der Kragen geplatzt ob Michis offensichtlichem Arbeitswahn.

Michi wollte die Ferien so schön und harmonisch wie nur möglich beginnen, und so schaffte sie es doch tatsächlich, sich einmal rechtzeitig vom Bürostuhl loszureißen und sogar früher als abgemacht zu Hause einzutreffen.

Ich freue mich so sehr auf die Zeit mit dir, Thea, dachte sie, als sie ihre Liebste beim Kofferpacken beobachtete und ihren Blick kaum von ihr lassen konnte. Habe ich ein Glück, so eine tolle Frau an meiner Seite zu haben . . .

Kurze Zeit später war dann sämtliches Gepäck sicher in Michis Auto verstaut, und die beiden waren auf der Autobahn in Richtung Berner Oberland unterwegs.

»Ich kann es noch gar nicht glauben, dass wir zusammen für drei Wochen in den Urlaub fahren«, sagte Thea und schenkte Michi einen verliebten Blick. »Es kommt mir immer noch wie ein Traum vor«, meinte sie.

Michi lächelte zufrieden. »Ehrlich gesagt kann ich es auch noch nicht richtig glauben«, flüsterte sie und streichelte Thea zärtlich über den Oberschenkel. »In den letzten zehn Jahren habe ich bestimmt kein einziges Mal drei Wochen am Stück Urlaub gemacht«, meinte sie und konzentrierte sich wieder auf den Straßenverkehr. »Um der Wahrheit die Ehre zu geben, kann ich mich nicht einmal daran erinnern, wann ich das letzte Mal richtig Ferien gemacht hätte.« Sie zuckte die Schultern. »Eigentlich habe ich immer gearbeitet. An was anderes kann ich mich so gut wie nicht erinnern«, sagte sie müde.

Thea hob überrascht die Augenbrauen. »Oh . . .«, kam es ihr über die Lippen, während sie Michi neugierig von der Seite anschaute. »Kannst du das dann überhaupt?« Sie räusperte sich. »Ich meine . . . so lange Urlaub machen?«, fragte sie etwas neckisch, schaute ihre Michi aber voller Mitgefühl an. »Oder gibt das womöglich eine Katastrophe?«, murmelte sie leise.

»Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als harmonische Tage mit dir zu verbringen«, sagte Michi mit warmer Stimme. »Ich freue mich auf einen wundervollen Urlaub mit dir, mein Schatz«, wisperte sie und warf Thea einen kurzen verheißungsvollen Blick zu. Sie räusperte sich. »Tag und Nacht mit dir zusammen . . . ich kann’s kaum erwarten«, flüsterte sie und errötete dabei leicht.

Thea beugte sich zu Michi hinüber und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. »Ich freue mich auch auf wundervolle Tage – und Nächte – zusammen mit dir«, raunte sie und zwinkerte ihrer Liebsten einladend zu.

Für einen kurzen Moment begegneten sich ihre Blicke voller Wärme und Liebe; die Vorfreude stand beiden ins Gesicht geschrieben. Schweren Herzens musste sich Michi wieder auf den Straßenverkehr konzentrieren, schließlich wollten sie ja heil an ihrem Urlaubsort in den Bergen ankommen. Zwei Stunden später parkte Michi dann auch ihren Wagen im Parkhaus des wunderschönen, im Chalet-Stil erbauten Hotels. Draußen herrschten wie zu erwarten eisige Temperaturen. Doch ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein pur gaben schon einen reizvollen Vorgeschmack auf wundervolle Urlaubstage.

»Herzlich willkommen in unserem Berghotel Alpenblick«, sagte die Rezeptionistin in freundlichem Ton und reichte erst Michi, dann Thea lächelnd die Hand. »Bitte fühlen Sie sich bei uns wie zu Hause.«

Die beiden stellten ihr Gepäck ab, begrüßten die Frau und blickten sich bewundernd in der luxuriösen Empfangshalle des Hotels um.

»Du brauchst dich um gar nichts zu kümmern, überlass das nur mir«, flüsterte Michi ihrer Thea zu.

Thea lächelte und streichelte zärtlich über Michis Rücken. »Wenn du meinst«, wisperte sie dankbar zurück.

Teil 04

Thea legte die Arme um Michis Nacken und hauchte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen. »Und wie ich mich freue. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr«, flüsterte sie und tauchte in Michis Blick ein. »Drei ganze Wochen. Nur du und ich, völlig ungestört und in romantischer Umgebung«, wisperte sie. »Du gehörst dann nur mir, und zwar bei Tag und bei Nacht«, das Letztere hatte sie besonders hervorgehoben und ihrer Liebsten dabei verschwörerisch zugezwinkert. »Das nenn ich mal wirklich schöne Aussichten.«

»Ja. Einundzwanzig Tage mal vierundzwanzig Stunden«, sagte Michi glücklich, während sich ihre Lippen zärtlich einen Weg zu Theas verführerischem Dekolleté suchten.

Thea wollte gerade etwas erwidern. Doch Michi legte ihr rasch einen Zeigefinger auf den Mund. »Pst . . . jetzt möchte ich dir nur noch zeigen, wie viel du mir bedeutest und wie sehr ich dich vermisst habe, dich liebe und begehre«, raunte sie, stand auf, reichte Thea einladend die Hand und wollte sie schon ins Schlafzimmer ziehen.

»So weit sind wir noch nicht. Hast du eigentlich schon etwas gegessen, oder hast du noch Hunger? Von den leckeren Häppchen, die ich besorgt habe, ist noch einiges da«, entgegnete Thea verspielt.

Michi lächelte vergnügt zurück. »Oh ja, ich habe einen Riesenhunger auf leckere Häppchen, aber die haben sicher nichts mit dem Essen im Kühlschrank zu tun.« Dieses Mal gelang es ihr endlich, Thea mit sich nach nebenan zu ziehen.

»Ich seh schon, du hast großen Appetit. Aber jetzt bin erstmal ich dran. Zieh dich also aus und leg dich bitte hin«, befahl Thea entschieden, aber mit vor Begehren rauer Stimme.

»So war das aber nicht gedacht«, wisperte Michi, erlag aber auf der Stelle Theas verführerischem Blick.

»Ich habe keine Lust, jetzt irgendwelche Grundsatzdiskussionen mit dir zu führen«, neckte Thea jetzt schon in etwas schärferem Ton. »Darf ich also bitten, Frau Staatsanwältin«, raunte sie und zeigte energisch aufs Bett.

»Wenn es denn unbedingt sein muss, Frau Rechtsanwältin«, willigte Michi ergeben ein, entledigte sich schnell ihrer Kleidung und legte sich gehorsam aufs Bett.

Thea lächelte. »Ja, muss es«, flüsterte sie und genoss sichtlich den Anblick von Michis verführerischem Körper.

Voller Sehnsucht und Verlangen lag Michi nun vor Thea und blickte ihre Liebste einladend an.

Mit geschmeidigen Bewegungen streifte nun auch Thea ihre Kleidung ab und legte sich neben Michi auf das samtweiche Bett. Ihre Fingerspitzen streichelten zärtlich über Michis Wange, den Hals entlang . . . weiter zu ihren wohlgeformten Brüsten, die für Thea einfach unwiderstehlich waren.

Michi zuckte zusammen und holte tief Luft. »Ich sollte weniger arbeiten, dann könnte ich das hier viel öfter genießen«, raunte sie, während sie Thea über den Rücken streichelte.

»Was du nicht sagst. Du wirst ja langsam richtig einsichtig. Und Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung«, neckte Thea ihre Geliebte verspielt, während sich ihre Lippen bereits quälend langsam Michis Knospen näherten.

Theas Zungenspitze widmete sich erst der einen, dann der anderen mit gleichbleibender Hingabe. Sie lutschte und saugte abwechselnd an den verführerischen Knospen und konnte einfach nicht genug von den hinreißenden Rundungen ihrer Liebsten bekommen.

»Weniger arbeiten . . . das ist gar nicht so einfach«, versuchte Michi unter lustvollem Stöhnen noch einen klaren Gedanken zu äußern, doch ein spielerischer Biss in ihre Brustwarze ließ sie hastig verstummen. Michi seufzte genießerisch und zuckte erneut auf.

Nun nahm Thea erst die eine, dann die andere Knospe zärtlich zwischen ihre Lippen, drückte und zwirbelte sie mit geschickten Fingern, so dass sie sich sogleich in steinharte Murmeln verwandelten.

Michi verging fast vor Lust, sie schrie leise, aber voller Lust auf. Theas etwas gröbere Zärtlichkeiten brachten sie beinahe um den Verstand.

»Pst . . .«, flüsterte Thea bestimmt. »Ich will das Wort Arbeit die nächsten Stunden nicht mehr hören«, knurrte sie liebevoll und warf ihrer Liebsten einen bestimmten, aber gleichzeitig leidenschaftlichen Blick zu. »Kannst du jetzt nicht einfach einmal nur genießen?«, fragte sie gespielt streng. »Denkst du, dass du das hinkriegst . . . Frau Staatsanwältin?« Ihre Stimme klang wieder zärtlich, wenn auch immer noch leicht tadelnd.

»Die Arbeit für mehrere Stunden nicht mehr erwähnen?«, neckte Michi lächelnd zurück und erntete für diese Bemerkung von Thea einen gespielt düsteren Blick. Sie ergab sich ihrem Schicksal, legte die Arme nach hinten und schaute Thea reumütig an. »Aber ja doch. Natürlich schaffe ich das. Was denkst du denn . . .«, entgegnete sie und begann, sich vor Theas Augen verführerisch auf dem Bett zu räkeln. »Wie könnte ich dir auch widerstehen?« Sie zwinkerte ihrer Liebsten zu. »Und dein Wunsch liegt ja durchaus auch in meinem Interesse«, wisperte sie.

Thea schenkte Michi ein schelmisches Lächeln und schaute ihr tief in die Augen, während sie ihre Fingerspitzen geschickt über Michis Knospen tanzen ließ. Michi genoss das in vollen Zügen und stöhnte vor Lust laut auf, während sie nun ihre Hüften anhob und ihre Mitte Thea einladend entgegendrückte.

»Braves Mädchen. Entspann dich!«, befahl Thea zufrieden, während sie ihre Hand unvermittelt zwischen Theas Schenkel gleiten ließ und tief in ihre Nässe eintauchte. »Ich will dich spüren. Die ganze Nacht. Immer und immer wieder«, flüsterte sie.

»Einspruch«, erwiderte Michi matt und hob die rechte Hand.

»Meine liebe Michi . . . wenn wir es ganz genau nehmen, dann hat das Wort ›Einspruch‹ durchaus etwas mit deiner Arbeit zu tun«, protestierte Thea mit einem süffisanten Lächeln und stieß dazu einen gespielt theatralischen Seufzer aus. Gleichzeitig ließ sie ihre Fingerspitzen über Michis Mitte und angeschwollenen Hügel gleiten und fixierte dabei verheißungsvoll den Blick ihrer Geliebten. »Und dafür hast du eine gerechte Strafe verdient, die ich dir jetzt auch gleich zukommen lasse.« Ohne Vorwarnung stieß Thea zwei Finger tief in Michis einladende Höhle, nur um sie sofort wieder herauszuziehen und erneut zuzustoßen.

Michi begann leise zu wimmern, jede Berührung ließ sie erneut aufzucken und hektisch um Luft ringen. Jede Zelle in ihr hatte Feuer gefangen und schrie nach dem Höchstgefühl purer Ekstase. »Du machst mich wahnsinnig . . . Du bringst mich um den Verstand . . . Ich halte das nicht mehr aus«, stöhnte sie unzusammenhängend in Theas Mund und zuckte unkontrolliert.

»So ist brav«, raunte Thea siegesgewiss. »Und jetzt will ich nichts mehr von dir hören«, befahl sie in autoritärem Ton.

Michi rang verzweifelt mit den Händen und bewegte die Lippen, so, als ob sie etwas sagen wollte. Aber der Ton fehlte einfach.

Ein paar Mal ließ Thea ihre Finger kraftvoll über Michis harte Perle gleiten und beobachtete dabei genüsslich, wie sich ihre Liebste immer mehr der Lust hingab und unaufhaltsam dem erlösenden Höhepunkt näherte.

Mit zusammengepressten Lippen legte Michi nun den Kopf nach hinten und genoss die Berührungen ganz ergeben und mit geschlossenen Augen.

Thea schaute ihrer Geliebten amüsiert zu und konnte schließlich ein Lachen nicht unterdrücken. Dann räusperte sie sich. »Also deine Liebesgeräusche darfst du natürlich weiterhin von dir geben«, wisperte sie. »Ich bitte sogar darum. Aber wehe . . . ich höre sonst irgendein Wort«, fügte sie gespielt drohend hinzu.

Teil 03

Michi presste die Lippen zusammen, Tränen traten ihr in die Augen. Ach . . . mein Schatz. Was für ein trauriger Heiligabend, dachte sie bei sich, ging zu Thea hin und streichelte ihr zärtlich übers Haar. Dass du Heiligabend ganz allein und ohne mich feiern musstest. Michi hatte fürchterliche Gewissensbisse und versuchte, sie mit aller Gewalt wegzudrücken. Sie nahm leise den eben erst fertiggestellten Briefumschlag aus der Tasche, streichelte mit den Fingerspitzen sacht darüber und legte ihn vor Thea auf den Tisch. Liebevoll schweifte ihr Blick über die Frau, die vor nicht allzu langer Zeit ihr Herz im Sturm erobert hatte.

»Du bist zurück?«, flüsterte Thea und rieb sich verschlafen die Augen. Sie richtete sich eilig auf und küsste Michi zärtlich auf den Mund. »Wie spät ist es denn? Ich muss eingenickt sein.« Überrascht starrte sie auf das Kuvert, das vor ihr lag. »Was ist denn das?«, fragte sie zögernd und suchte in Michis Gesicht nach einer Antwort.

Michi rutschte näher zu Thea hin und legte zärtlich einen Arm um sie. »Guten Abend, mein Schatz. Entschuldige bitte, dass es ausgerechnet heute schon wieder so spät werden musste«, flüsterte sie und küsste Thea liebevoll auf den Mund.

»Ach . . . ich habe von dir eigentlich gar nichts anderes erwartet«, meinte Thea ziemlich trocken, kuschelte sich aber dennoch liebesbedürftig an Michi. »Was ist das?«, wiederholte sie ihre Frage von zuvor.

Um ehrlich zu sein, war Michi sehr erleichtert, dass Thea nur diese kurze spitze Bemerkung rausgerutscht war und sie nicht ein viel größeres Aufheben von der Sache machte. Vielleicht könnte es also doch noch ein schöner Abend und eine schöne Nacht werden, obwohl sie sich immer noch ziemlich schlecht fühlte, weil sie Thea an Heiligabend alleingelassen hatte und ihr der Job – wie eigentlich immer – wichtiger als alles andere gewesen war. Einmal mehr hatte sie es nicht geschafft, Arbeit einfach mal Arbeit sein zu lassen.

Auch wenn sie es sich nicht gern eingestand, ärgerte sie sich oft fürchterlich über sich selbst, dass sie es nicht wie andere schaffte, ihr Pflichtbewusstsein einfach mal ein paar Tage an den Nagel zu hängen. Andere hatten sich schon drei Wochen vor Weihnachten auf die bevorstehenden Feiertage gefreut, an denen sie nicht ans Büro denken mussten. Aber Michi war da ein ganz anderer Typ. Für sie bedeuteten Feiertage Tage, an denen sie völlig ungestört noch mehr schaffen konnte als sonst. Sie wandte sich Thea zu, die nun das Kuvert in den Händen hielt und glücklich lächelte. »Schau doch nach«, sagte Michi mit zittriger Stimme und versank für einen langen Moment in Theas blauen Augen. »Ich hoffe, es gefällt dir«, flüsterte sie fast unhörbar und schaute ihren Schatz hoffnungsvoll an.

Thea öffnete den Briefumschlag und studierte aufmerksam den Inhalt. Dann hielt sie sich eine Hand vor den Mund. »Du . . . Du bist verrückt! Ist das wirklich dein Ernst?«, fragte sie überwältigt und schaute ihre Liebste mit großen Augen an. In dem Umschlag hatten sich zwar nur ein paar hastig ausgedruckte Seiten befunden, aber deren Inhalt schienen ihren Effekt bei Thea nicht verfehlt zu haben.

»Ja, mein voller Ernst. Ich will unbedingt, dass wir uns endlich besser kennenlernen.« Michi gab Thea einen zärtlichen Kuss, dann räusperte sie sich. »Ich meine so richtig kennenlernen, und das braucht Zeit. Es tut mir leid, dass ich dich ausgerechnet heute Abend allein gelassen habe . . . sehr leid sogar«, flüsterte sie, beugte sich zu Thea hinunter und schob sie liebevoll ein wenig zur Seite, damit sie sich behutsam zu ihr aufs Sofa legen konnte.

Thea versank in Michis wunderschönen Augen. »Du willst wirklich mit mir zusammen drei Wochen Winterurlaub mit Wellnessromantik verbringen?«, fragte sie, als könnte sie das Ganze noch gar nicht richtig glauben. »Hast du dir das auch gut überlegt, es fällt dir doch schon schwer, auch mal nur ein Wochenende ganz ohne Arbeit zu verbringen . . .«

»Ja, ich habe mir das sehr gut überlegt und ja, ich will drei romantische Wochen mit dir verbringen. Drei Wochen voller Liebe, in denen wir uns einmal richtig verwöhnen lassen und uns auch gegenseitig verwöhnen«, wisperte Michi voller Überzeugung, während sie tief in Theas Blick eintauchte. »Freust du dich ein bisschen?«, fragte sie leicht verunsichert.

Thea stieß einen Seufzer aus. »Natürlich, wie kannst du nur so etwas fragen. Ich freue mich riesig und kann es kaum noch abwarten!« Etwas nachdenklich verzog sie die Lippen. »Aber nur, wenn wir halbe-halbe machen und uns die Kosten teilen, sonst ist so ein Luxusurlaub einfach zu teuer«, meinte sie und schaute Michi ernst an.

»Mensch, Schatz . . . So war das wirklich nicht gedacht«, stöhnte Michi. »Bitte, lass mich dich doch einladen«, flehte sie, »als kleine Wiedergutmachung sozusagen.« Schelmisch zwinkerte sie Thea zu.

»Nein, das kommt gar nicht in Frage. Keine Widerrede. Wir machen halbe-halbe und basta«, sagte Thea entschieden und zog unter ein paar Zeitschriften ebenfalls einen Briefumschlag hervor. »Für dich«, flüsterte sie und streichelte zärtlich über Michis Haar.

»Für mich?«, fragte Michi mit gerunzelter Stirn. Nur ungern löste sie sich von Thea und öffnete vorsichtig das Kuvert. Zum Vorschein kamen elegant wirkende Massage- und Wellnessgutscheine von einer der luxuriösesten Wellnessoasen in Basel. Die hatte Thea sicherlich nicht selbst ausgedruckt, sondern war bestimmt schon Tage zuvor dorthin gefahren, um sich ausführlich beraten zu lassen, was wohl das ansprechendste Geschenk für ihre Liebste sein könnte.

Auch wenn es Michi peinlich war, dass sie Theas Geschenk ganz offensichtlich erst auf den letzten Drücker besorgt hatte, so fand sie es doch lustig, dass sie beide bei der Geschenkwahl ganz ähnlich gedacht hatten. Nun schauten sich beide mit hochgezogenen Augenbrauen an und mussten schließlich laut lachen.

»Zwei Frauen und fast ein und derselbe Gedanke«, meinte Michi und hauchte Thea einen liebevollen Kuss auf die Lippen. »Danke für das schöne Geschenk«, flüsterte sie überwältigt. Dann warf sie Thea einen gespielt strengen Blick zu und winkte ihr mit dem Umschlag verschmitzt lächelnd zu. »Wie war das noch mal? Irgendjemand hat doch soeben beschlossen, halbe-halbe zu machen«, neckte sie. »Also dann, bitteschön, gilt für dies hier das Gleiche. Wir lösen diese Gutscheine einfach gemeinsam ein«, sagte sie und grinste Thea frech ins Gesicht.

Thea stieß einen Seufzer aus. »Du bist unmöglich«, entgegnete sie und verdrehte spielerisch die Augen.

Gutgelaunt kniff Michi ihrer Liebsten sanft in die Wange. »Ich weiß. Du aber auch«, sagte sie mit weicher Stimme und versank abermals in Theas Augen. »Zuerst ist aber der Urlaub an der Reihe. Der ist nämlich schon gebucht.« Zum Glück kann man solche Sachen heutzutage im Internet buchen, schoss es Michi ungewollt durch den Kopf. Einen langen Moment studierte sie Theas Gesicht und war sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob die schon gebuchte Überraschung Thea überhaupt wirklich gefiel. »Freust du dich echt auf den gemeinsamen Urlaub?«, fragte sie deshalb mit leiser Stimme. Bitte sag Ja, mein Schatz. Innerlich geriet sie so richtig ins Schwärmen. Ich habe die liebenswerteste Frau auf der ganzen Welt. Thea ist so wunderbar, so verständnisvoll und sexy zugleich. Ach, ich könnte buchstäblich dahinschmelzen, wenn sie so vor mir liegt, sie sieht einfach zum Anbeißen aus.

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  2. Teil 01

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