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Die Welt braucht deinen Roman

Das ist das Motto des NaNoWriMo – und es gibt viele vor allem junge Leute, die sich davon aufgerufen fühlen, endlich DEN Roman zu schreiben, den sie immer schon schreiben wollten.

Das gefällt mir, denn das Romanschreiben wird oft in komische (sprich: merkwürdige) Dimensionen gehoben, als wäre es eine Aufgabe für große Literaten, für alte Leute, die schon viel gelernt haben und ihre Erfahrung weitergeben wollen, für Leute, die Sprachen studiert haben, für Leute, die in der Schule als Streber galten und von niemandem gemocht wurden, für Leute, die als Nerds irgendwo in der Ecke hocken und nur vor sich hintippen, sonst keine Interessen haben, für Leute also, die im Grunde genommen nicht so sind wie der Rest.

Damit hat der NaNoWriMo aufgeräumt, und das ist gut so, denn dort kann wirklich jeder und jede mitmachen, ganz egal, ob sie schon Ahnung vom Schreiben hat oder gerade erst anfängt, ob sie eine Geschichte hat oder gar nicht weiß, worüber sie schreiben soll, ob es eine Liebesgeschichte, ein Krimi, ein Thriller, SciFi oder Fantasy werden soll (oder was einer sonst so einfällt. Die Liste kann beliebig ergänzt werden).

 Wer Geschichten liest, kann auch Geschichten schreiben. Denn mit jeder Geschichte, die wir lesen, lernen wir, wie Geschichten funktionieren. Man schaue sich nur Harry Potter an. Wenn man diese sieben Bände gelesen hat, bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen, wie eine Geschichte aufgebaut sein sollte.

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Eröffnungsszenen schreiben (Krimi u.a.)

Momentan beschäftigen wir uns im Schreibforum viel mit Krimis, und zwar anhand des Buches von Larry Beinhart: Crime - Kriminalromane und Thriller schreiben

Eröffnungsszenen sollten stark sein und – wie beispielsweise der erste Absatz eines Zeitungsberichts – das gesamte Buch widerspiegeln. (Quelle: Crime)

Man muss nur davon ausgehen, wie man selbst Bücher kauft. Man schaut vielleicht den Klappentext an, und wenn der interessant erscheint, schlägt man das Buch auf und liest den Anfang. Ganz Interessierte lesen vielleicht noch in die Mitte rein. Aber meistens ist es nur der Anfang. Reißt der mit? Spricht er mich an? Und dementsprechend kaufe ich das Buch oder auch nicht.

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Wie schreibt man einen Liebesroman? (Teil 1)

Da die Frage nach der Schreibwerkstatt in Buchform gestellt wurde, hier der Anfang dieses Buches. Das es noch nicht gibt, aber wahrscheinlich geben wird (wenn ich es schaffe, die Schreibwerkstatt hier unterzubringen ;)).

 

Einleitung

Zuerst einmal: Es gibt viele verschiedene Sub-Genres im Bereich des Liebesromans. Das ist für den Anfang sehr verwirrend. Für mich persönlich gab es diese Genrediskussion nie, ich wollte immer etwas schreiben, das im Hier und Jetzt spielt. Deshalb befasst sich dieser Ratgeber auch ausschließlich damit, was im Liebesromanbereich Contemporary heißt, also Gegenwartsliebesroman. Hinzufügen könnte ich als Untereinteilung höchstens noch: mit oder ohne Sex.

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Wie schreibt man einen Dialog?

Dialoge sind das Salz in der Suppe. Ohne Dialoge wirken die meisten Texte langatmig oder sogar langweilig. Dialoge sorgen für Lebendigkeit, entwickeln die Figur weiter oder erlauben tiefere Einblicke in ihre Gefühlswelt, schaffen spannende Augenblicke.

Als ich anfing zu schreiben, waren Dialoge in meinen Texten eher selten. In der Schule schreibt man Aufsätze, keine Dialoge. Auch an der Uni waren Dialoge nicht Teil der Ausbildung, sondern man musste sich wissenschaftlich einem Thema nähern, Bücher über das Thema lesen und diese dann wiederum in einer eigenen Arbeit zusammenfassen. Wo hätten Dialoge da einen Platz gehabt?

Dialoge sind eher ein Teil der gesprochenen Sprache, weniger der geschriebenen. Dennoch leben gerade Unterhaltungsromane von Dialogen. Es gibt keinen Krimi, Liebesroman, Thriller ohne Dialoge.

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Das Exposé - Die Visitenkarte

Je näher der LLP rückt, desto mehr rücken auch wieder die Dinge in den Mittelpunkt, die damit zu tun haben. Es gilt nicht nur einen Roman einzureichen, sondern dieser muss auch begleitet sein von einem Exposé. In den meisten Verlagen spielt das Exposé sogar eine größere Rolle als der Roman selbst, denn mit dem Exposé wird die Geschichte verkauft.

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Was ist ein Plot, und warum ist er so wichtig?

Ich habe schon öfter etwas über Plot geschrieben, z.B. hier:

Einen Plot entwickeln

und auch hier:

Wie plotte ich am besten?

Man kann sich endlos mit dem Thema »Plot« beschäftigen, denn er ist das Rückgrat jeder Geschichte. Trotzdem beherrschen viele Schreibende das Handwerkszeug nur unzureichend – und ich schließe mich da nicht aus. Es ist das alte Problem der Bauchschreiberei. Schreibt man aus dem Bauch heraus, ist es schwierig, Handlungsabläufe im Voraus festzulegen.

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Früher schrieb man anders

Noch vor 100 Jahren hätte man all das, was ich hier zu Backstory geschrieben habe, ganz anders gesehen. Vor 200 Jahren gab es auch schon Schriftsteller und Schriftstellerinnen, aber die hätten gar nicht verstanden, wo es da einen Unterschied geben soll zwischen dem, was in der Vergangenheit war, und dem, was heute ist.

Erst durch die Entwicklung des schriftstellerischen Handwerks ist das zu einem Thema geworden. Und durch die Erfindung des Kinos, des Films, der laufenden Bilder. Durch die Unterteilung in immer kürzere Szenen, durch Schnitte, durch Cliffhanger, die die Zuschauer bei einer Serie auf die nächste Folge gespannt sein lassen.

Cliffhanger ist das Bild eines an einem Kliff hängenden Protagonisten, der im nächsten Moment abstürzen könnte. Oder auch nicht. Aber die Szene hört auf, als er da hängt und man nicht weiß, wie es weitergeht. Sinn der Sache ist, dass die Zuschauer sich die Fingernägel abbeißen sollen vor lauter Spannung, bis sie dann endlich in der nächsten Folge erfahren, dass er nicht abgestürzt ist. Und die (hoffentlich) interessante Geschichte, wie er das geschafft hat.

Dieses Prinzip hat sich mittlerweile in der aktuellen Unterhaltungsliteratur sehr durchgesetzt. Nur dass ein Cliffhanger bei manchen Bestsellerautoren das Ende jeder Szene ist. Was dann auch wieder langweilig wird. Manche Szenen müssen anders enden, sonst weiß man immer schon im Voraus, was passiert.

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Backstory und Story

Auf Deutsch: Hintergrundgeschichte und Kerngeschichte. Die Unterscheidung dieser beiden Arten ist am Anfang oft ein großes Problem beim Schreiben.

Als Faustregel könnte man sagen: Die Hintergrundgeschichte, Vorgeschichte, alles, was außerhalb der aktuellen Geschichte passiert oder passiert ist, ist das, was die Autorin wissen muss, die Leserin aber entweder gar nicht oder nur zu einem kleinen Teil, nämlich dem, der noch irgendwie mit der Gegenwart oder mit der Hauptgeschichte verbunden ist, Einfluss darauf hat.

Die Kerngeschichte hingegen ist das, was die Leserin wissen muss und zu lesen bekommt. Wo es um Dinge geht, die aktuell passieren.

Manchmal ist es auch für die Leserin nötig, Dinge aus der Vergangenheit der Figuren zu wissen oder über Vorgänge informiert zu werden, die außerhalb der Kerngeschichte ablaufen. Meistens ist es das aber nicht. Oftmals kann die Autorin nur die Hintergrundgeschichte nicht von der Kerngeschichte oder Hauptgeschichte unterscheiden.

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Szenen schreiben II - Die kleinste Einheit

Die Struktur einer Szene verfeinert sich von oben nach unten immer mehr, vom Großen ins Kleine.

Das haben wir bisher in Szenen schreiben I erarbeitet:

A. Aufregung

  1. Ziel
  2. Konflikt
  3. Katastrophe

B. Beruhigung

  1. Reaktion
  2. Klemme
  3. Entscheidung

Nun gehen wir in die Unterpunkte. Hier geht es jedoch in jedem um dasselbe:

a) Motivation
b) Reaktion

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Szenen schreiben I - Der Rahmen

Wir haben ja nun schon gesagt, dass sich eine Szene aus der vorherigen ergeben muss. Sie muss sich aber nicht nur aus der Szene ergeben, sie muss auch einen Spannungsbogen haben. Genauso wie das ganze Buch einen Spannungsbogen haben muss.

Als ich „Taxi nach Paris“ schrieb, merkte ich, dass ich ganz automatisch, aus dem Gefühl heraus, einer Szene, die sehr aufregend war, immer eine Szene folgen ließ, die weniger aufregend war. Zur Beruhigung und Erholung sozusagen. Eine sehr aufregende Szene, die vielleicht auch noch mit einer Katastrophe geendet hatte, konnte nicht so stehen bleiben. Die nächste Szene durfte dann nicht genauso ablaufen, das war mir intuitiv klar.

Diese Struktur bestimmt den Spannungsbogen des Buches. Es ist ein ständiges Auf und Ab, wobei sich die Situation immer mehr zuspitzt.

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