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Ich bin immer wieder erstaunt, wie alt manche Erkenntnisse schon sind, die auch heute geschrieben sein könnten. So hat Benjamin Franklin im Alter von 20 Jahren, also sowieso schon sehr früh – wo findet man heute noch einen Zwanzigjährigen, der sich auch nur mit einer einzigen Tugend beschäftigt? –, 13 Tugenden entworfen, nach denen er sein ganzes Leben ausrichten wollte.
Da Franklin im Jahre 1706 geboren wurde, bedeutet das also, diese Liste hat er im Jahre 1726 angefertigt. Kann sich das heute überhaupt noch jemand vorstellen? Er hat dazu Pergament und Tinte verwendet, mit einer Feder geschrieben . . . nicht mit einem Computer. Da Franklin recht alt geworden ist (er starb erst 1790), scheint er mit seiner Liste ganz gut gefahren zu sein. Vielleicht ist sie es einmal wert, angeschaut zu werden. »Benjamin Franklin wurde als 15. Kind eines Seifen- und Kerzenmachers in Boston geboren. Von früher Kindheit an eignete er sich einen immensen Wissensfundus durch intensive Lektüre geistlicher und allgemeinbildender Literatur autodidaktisch an. Er gilt als der Erfinder des Blitzableiters und der Bifokalbrille.« (Quelle: Wikipedia) Auf diesem Bild sieht man finde ich sehr gut, wie lange das schon her ist, und um wieviel erstaunlicher Franklins Erkenntnisse sind.
Allerdings sieht man auch: Für eine Frau war es unmöglich, zu Franklins Zeit Ähnliches zu erreichen. In diesen Kleidern auf keinen Fall.  An Franklins Biographie erkennt man jedoch einmal wieder, wie sehr Lesen bildet. Und was für ein großer Verlust für unsere Kinder es heutzutage ist, daß sie es kaum mehr tun. Oder nur noch Harry Potter lesen, was sicherlich besser ist als gar nicht zu lesen, aber für eine gute Allgemeinbildung – geschweige denn für Erfindungen wie die Franklins – doch nicht ausreicht. Aus so viel Lesestoff und Leseerfahrung kann man dann erst Erkenntnisse schöpfen, die – eventuell – zu ähnlichen Vorstellungen, Maximen oder Tugenden – ein Ausdruck, der sicherlich in Franklins Zeit eher verständlich war als heute – führen wie denen, die Franklin für sich aufgestellt hat. Also hier sind sie, seine 13 Wege zu einem erfüllten Leben: - Enthaltsamkeit: Iß nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung.
- Schweigen: Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.
- Ordnung: Laß jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben.
- Entschlossenheit: Nimm dir vor, durchzuführen, was du mußt; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst.
- Sparsamkeit: Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt: vergeude nichts.
- Fleiß: Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit.
- Aufrichtigkeit: Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach.
- Gerechtigkeit: Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterläßt, die deine Pflichten sind.
- Mäßigung: Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen.
- Reinlichkeit: Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung.
- Gemütsruhe: Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.
- Keuschheit: Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes.
- Demut: Ahme Jesus und Sokrates nach.
Manche Dinge sind heutzutage natürlich für Jugendliche ein wenig schwer verständlich. Jesus – war das nicht dieser langhaarige Hippie mit den Badelatschen? Und Sokrates – das ist der Besitzer von dem griechischen Lokal bei uns um die Ecke. Dem soll ich nacheifern? Nein, Sokrates war jemand anderer.  Und in unserer übersexualisierten Welt findet Keuschheit wahrscheinlich nur wenige Anhänger. Vielleicht ist aber auch das Wort nur unglücklich gewählt für heutige Verhältnisse. Wir verstehen unter Keuschheit ja absoluten Verzicht auf Sex. So meint es aber Franklin gar nicht, wie man in Punkt 12 nachlesen kann. Gemütsruhe ist etwas, das ich mir auch immer wieder wünsche, und ich habe schon einmal etwas zu dem Thema geschrieben. Es geht nämlich um die Reaktion auf ein Ereignis, nicht um das Ereignis selbst. Es geht um die Gelassenheit, mit der wir Dinge betrachten können, ganz egal, wie furchtbar oder verstörend die jeweiligen Ereignisse vielleicht sind. Mäßigung, Aufrichtigkeit, Entschlossenheit – sicherlich wünschenswerte Eigenschaften, die einen Menschen sympathisch machen. Und Schweigsamkeit . . . wie oft würde man sich das heutzutage wünschen, wo einem von jeder Ecke Musik oder Geschrei entgegenschallt, aus Radio, Fernsehen, Computer. Ja, manche Dinge sind zeitlos. Auch wenn die Wortwahl ein wenig verstaubt klingt, der Inhalt ist es nicht.
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Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er das geschafft hat.
Nicht für immer!!!
Wie soll das gehen?
Soviel Selbstbeherrschung hat doch kein normaler Mensch. :-D
Natürlich sind einige Wege notwendig.
Würden sich beispielsweise alle nach Punkt 2 richten, so würde uns einiges erspart bleiben.
Aber es hält sich fast keiner dran.
Punkt 11!!! Was bitte ist Gemütsruhe?!
Das kennt auch keiner mehr. Alle flippen aus und werden agressiv.
Naja und Punkt 12...dazu kann ich nur eines sagen.
Ich hätte das keine Stunden ausgehalten.
Obwohl...!!! Fitness im Bett für die Gesundheit.
Ob das gezählt hätte?? :-D
lieben gruß