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Journal -
Gedanken
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Geschrieben von: Ruth Gogoll
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Mittwoch, den 26. März 2008 um 16:56 Uhr |
Immer wieder ein Thema: Schule und Lernen überhaupt.
Wir lernen unser ganzes Leben lang. Die Schule ist nur der Anfang, eventuell kommt dann noch das Studium oder die Berufsausbildung, aber auch damit ist das Lernen nicht abgeschlossen. Wir lernen jeden Tag, einfach indem wir aufstehen, hinausgehen, Menschen treffen, Dinge beobachten, Neues ausprobieren.
Dieses Lernen ist wichtig für uns, und am schlimmsten für unsere eigene Entwicklung ist es, wenn wir dieses Lernen verweigern, wie es heute oft schon in der Schule geschieht.
Ich gebe es zu: Ich bin gern zur Schule gegangen. Ich fand es toll, jeden Tag etwas Neues zu lernen. Am Anfang des Schuljahres las ich alle Schulbücher von vorn bis hinten durch und freute mich darauf, was der Lehrer oder die Lehrerin noch zusätzlich zu erzählen haben würde, wenn das Thema dann behandelt werden würde. Ich war richtig aufgeregt, jeden Morgen, wenn ich in die Schule ging, weil ich wußte, am Ende des Tages würde ich etwas gelernt haben, was ich am Morgen noch nicht wußte.
Es war eine wunderbare Zeit. Man mußte sich nicht selbst anstrengen, sondern bekam alles auf dem silbernen Tablett serviert, die Lehrerin oder der Lehrer machte sich die Arbeit, man mußte nur zuhören, schon hatte man eine Menge gelernt. Ich wünschte, heute wäre es immer noch so einfach.
Allerdings: In einer Beziehung ist es auch einfacher geworden, durch das Internet nämlich. Als ich zur Schule ging, mußte ich Bücher wälzen, um etwas nachzuschlagen, Lexika wie Brockhaus oder die Britische Enzyklopädie. Man kam nicht so einfach an Informationen. Heute gibt man seine Frage in Google ein oder in einem anderen Suchsystem, und erhält Tausende von Antworten. Das ist schon toll.
Trotzdem hat man das Gefühl, die Jugendlichen heute wissen nicht mehr, als wir damals wußten, obwohl sie so viele Möglichkeiten haben, sich zu informieren, viel mehr als wir damals. Denn ein Angebot ist immer nur dann etwas wert, wenn es auch genutzt wird. Wenn Jugendliche sich lieber in Chats und auf Spieleseiten herumtreiben als in virtuellen Bibliotheken auf dem Internet, wo sie etwas lernen könnten, bleibt der Informationsstand natürlich recht mager.
Schade, daß es so ist. Denn die Möglichkeiten sind Legion. Man könnte ein halbes Universitätsstudium allein im Internet absolvieren, wenn man sich dafür interessieren würde.
Kinder und Jugendliche haben schon immer unter der Last, zur Schule gehen zu müssen, gestöhnt. Die meisten sehen nicht ein, warum sie das tun sollen, denn als Kind hat man andere Prioritäten. Es ist einem Kind schwer klarzumachen, daß es eben nicht für die Schule lernt, sondern für das Leben. Daß Kenntnisse, die man in der Schule erwirbt, später im Leben wichtig sind. Als Kind kann man sich das nicht vorstellen.
Für mich ist es schwer vorstellbar, daß man nicht gern lernt, weil ich Lernen immer aufregend und spannend fand, wie schon gesagt. Ich konnte mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als Bücher zu lesen oder zur Schule zu gehen. Ich sah aber, daß ich da eine Ausnahme war.
Warum ist das so? frage ich mich. Lernen ist wirklich spannend, und Kinder sind neugierig. Von Natur aus. Sie fragen den Erwachsenen Löcher in den Bauch, zumindest solange sie noch nicht zur Schule gehen. In der Schule scheint das aber dann von den meisten abzufallen. Was ist der Grund?
Anscheinend ist an unserem System irgend etwas falsch, denn es sollte den Kindern den natürlichen Spaß, den sie an der Schule haben müßte, weil sie ihre Neugier befriedigt, nicht verderben. Das tut es aber offensichtlich bei vielen.
Oder ist das schon vorher geschehen? Im Elternhaus? Vertreiben Eltern ihren Kindern den Spaß am Lernen, weil sie keine Antworten geben, das Kind vom Fragen abhalten? Manchmal ist es natürlich schwierig, jede Frage eines Kindes kindgerecht zu beantworten, denn oftmals fehlen dem Kind noch die Voraussetzungen, um die Antwort zu verstehen.
Aber ich fände es trotzdem schön, wenn Kindern der Spaß am Lernen nicht verdorben würde. So wie es bei mir war. Jedes Kind, das Spaß am Lernen hat und daran nicht gehindert wird, wird dadurch gefördert. Es wird auf das Leben vorbereitet, das ständiges Lernen verlangt, heute noch mehr als früher. Und dann haben auch wir als Erwachsene immer noch Spaß am Lernen, unser ganzes Leben lang. Was uns ständig weiterbringt. Das ist doch eigentlich eine schöne Aussicht.
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